Verkehr

DB: Fast ein Drittel der Fernzüge verspätet

Unter dem überlasteten Schienennetz und zahlreichen Baustellen leidet die Pünktlichkeit bei der Deutschen Bahn erheblich. Wie der Konzern mitteilt, kamen im ersten Halbjahr 2022 nur 69,6 Prozent der Fernverkehrszüge nach Fahrplan ans Ziel. In den ersten sechs Monaten des Vorjahres waren es noch 79,5 Prozent. Insgesamt waren im Schienenpersonenverkehr 92,5 Prozent der Züge pünktlich, heißt es in der Halbjahresbilanz der DB. 

Qualität und Pünktlichkeit seien derzeit „nicht akzeptabel“, räumt Bahn-Chef Richard Lutz ein. Deshalb werde das hoch belastete Netz zusammen mit dem Bund zum Hochleistungsnetz ausgebaut. Konkret sollen besonders stark belastete Strecken ab 2024 saniert werden, wie die DB bereits vor einigen Wochen angekündigt hat. Zudem soll Lutz zufolge ein Bündel an Sofortmaßnahmen schon früher helfen. „Alles, was Verbesserungen für die Kundinnen und Kunden bringt, hat jetzt Vorfahrt.“ Dies gehe aber nicht zulasten der übrigen Modernisierungsaktivitäten in der Infrastruktur.

Mit anderen Halbjahreszahlen kann Lutz indes zufrieden sein. So nutzen rund 59 Millionen Fahrgäste in den ersten sechs Monaten Fernverkehrszüge der Bahn – ein Plus von 117 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 725 Millionen Reisende fuhren mit Nahverkehrszügen (plus 60 Prozent). Unterm Strich hat der DB-Konzern erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder einen Gewinn erzielt.