Ägypten

Ägypten: Vom Pool zum Pharao

Urlaubsspaß: bei Sonnenaufgang mit dem Ballon zu den Tempeln fliegen.

Urlaubsspaß: bei Sonnenaufgang mit dem Ballon zu den Tempeln fliegen. Foto: aze

Luxor auf die entspannte Tour – viel Zeit für Götter, Gräber und Pharaonen

Wer Luxor mit all seinen Schätzen zu beiden Seiten des Nils entdecken möchte, kommt leicht in Stress. Denn bei den gängigen Rundreisen und Nil-Kreuzfahrten kann immer nur ein kleiner Teil besichtigt werden. Für Luxor sollte man sich aber einmal richtig Zeit nehmen – selbst eine ganze Woche ist nicht zu viel, um in Muße das alte Theben zu erleben. Sportliche können den Nil und die Wüstenlandschaft zusätzlich bei Wanderungen, Rad- oder Reittouren erkunden.

Eine Kultur-Tour lässt sich am angenehmsten von einem der Hotels direkt am Fluss aus genießen. Da kann der Gast im Garten oder am Pool wie in einem Resort am Meer entspannen – und dann ganz nach eigenem Geschmack wieder in die Welt der Götter, Gräber und Pharaonen eintauchen. Bausteine der Veranstalter, Hotels oder örtlichen Agenturen decken die ganze Palette ab.

Mit dem Ballon in den Tag
Vielleicht eine Fahrt mit einem Heißluftballon zum Sonnenaufgang über den Nil Selbst aus luftiger Höhe bieten die gewaltigen Tempel von Karnak und Luxor noch einen Respekt einflößenden Anblick, fasziniert die gebirgige Wüstenlandschaft des Westufers mit der einstigen Totenstadt. Welch unglaublicher Luxus hier einst herrschte, könnten die Memnon Kolosse beantworten, zwei steinerne Riesen, die seit über 3.000 Jahren den längst zerstörten Totentempel des Pharao Amenophis III. bewachen. Noch heute begrüßen sie alle Besucher, die von Luxor her über den Nil in die Totenstadt strömen. Das Tal der Könige mit den aufwändigen Felsengräbern der Pharaonen des so genannten Neuen Reichs gehört natürlich zum Pflichtprogramm jeder Luxor-Tour, ebenso das Tal der Königinnen und Prinzen (wenn das Grab der Nefretari geöffnet ist) und der Tempel der Pharaonin Hatschepsut.

Und abseits der Touristenströme liegt noch immer ein besonderer Zauber über den Ausgrabungen, etwa in der Arbeiterstadt Deir el-Medina. Hier wohnte das große Heer der Künstler, Steinmetze und Maler, die tagsüber all diesen Prunk für ihre Herrscher schufen. Für sich selbst aber legten sie großartig ausgemalte kleine Gräber an, die durch ihre Schönheit und frischen Farben begeistern. Noch immer stehen die Grundmauern ihrer kleinen Häuser dicht an dicht, und auf einer Anhöhe wacht ein gut erhaltener Tempel über das Tal.

Auch im Ramesseum von Ramses II. können Besucher ungestört die schöne Stimmung genießen. Von dem einstigen Mega-Tempel sind zwar eher bescheidene Ruinen geblieben, die aber durch die Stille der Umgebung umso eindrucksvoller wirken. Mit gewaltigen Dimensionen protzt wiederum Medinet Habu, der Totentempel von Ramses III. Wandreliefs mit Schlachtengetümmel und massenweise erschlagenen Feinden demonstrieren die Macht des siegreichen Herrschers.

Mumien im Museum
Von all den Ausflügen ins Reich der Toten kehrt man immer wieder gern über den Nil ins höchst lebendige Luxor zurück. Aber auch hier lassen sich Zeitreisen ins alte Ägypten erleben – und zwar selbst bei größter Hitze wohltemperiert: Wunderbar präsentiert das neue Ägyptische Museum seine Schätze, nicht weniger eindrucksvoll das Einbalsamierungs-Museum mit seinen Mumien, bemalten Särgen und Instrumenten.

Als Kontrast zum Bildungsmarathon empfiehlt sich, etwas ägyptisches Alltagsleben zu schnuppern, etwa beim Bummel über den Souk abseits der Souvenirmeile oder dienstags zum Kamel- und Tiermarkt beim Flughafen. Wem das doch zu urig ist, kann sich mit einer der Pferdekutschen die Uferpromenade entlangschaukeln lassen oder mit einer Feluke höchst romantisch zum Sonnenuntergang über den Nil kreuzen.

Monika Zeller

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