Ägypten

Ägypten: Entdeckungen in Alexandria

An der Corniche präsentiert sich Alexandria europäisch.

An der Corniche präsentiert sich Alexandria europäisch. Foto: aze

Das Land der Pharaonen jenseits von Nil und Pyramiden

Die Stadt Alexanders des Großen, mit rund vier Millionen Einwohnern die zweitgrößte des Landes, wird von Touristen oft links liegen gelassen. Schade, denn die Mischung aus westlich wirkender Moderne und orientalischer Lebensart ist reizvoll – und für die Sehenswürdigkeiten sollte man sich mindestens zwei Tage Zeit nehmen.

In den vergangenen Jahren machte die Hafenstadt mit Funden der Unterwasserarchäologie von sich reden. So wurden Reste des Königspalastes auf der versunkenen „Liebesinsel von Kleopatra und Marc Antonius“ entdeckt. Von der Alexandrinischen Bibliothek ist nichts geblieben. Aber an ihre Tradition knüpft seit 2002 die „Neue Bibliothek“ an, die mehrere Museen, Studien- und Lesesäle, Begegnungsstätten und Bibliotheken beheimatet.

Die Großstadt fasziniert auch mit ihrer rund 20 Kilometer langen Corniche, die europäisches Flair ausstrahlt – eine Skyline aus Hotels, Banken und Hochhäusern. Auf einer Landspitze zwischen dem malerischen Osthafen und dem Handelshafen im Westen erhebt sich die Zitadelle Quait Bay. Sie wurde aus den Trümmern des Leuchtturms Pharos erbaut, der mit 100 Metern Höhe als eines der sieben Weltwunder galt. Heute sind der Platz und die Zinnen des einstigen Bollwerks ein beliebtes Ausflugsziel.

Deutlich ruhiger geht es bei den Ausgrabungen des Serapheums zu. Von dem einst prachtvollen Tempel blieben vor allem die römische Pompejus-Säule und zwei antike Sphingen (Sphinx-Monumente) erhalten. In der Nähe sollte man auch in die Katakomben von Kom esch-Schuqafa hinuntersteigen, eine unterirdische Grabanlage, die vor hundert Jahren durch den Einbruch eines Esels in ein Erdloch entdeckt wurde.

Nahe der Uferstraße erheben sich über die Palmen eines Parks die Kuppeln und Minarette der Moscheen Abul Abbas und Al Masyid. Eher volkstümlich geht es in den Basaren am Freiheitsplatz zu. In den Straßen hinter den glitzernden Fassaden an der Küste zeigt sich Alexandria als typisch arabische Großstadt mit verstopften Straßen, winzigen Läden und fliegenden Händlern sowie Wasserpfeife schmauchenden Männern. Ganz im Westen endet die Corniche am Montazah-Park, einer Halbinsel mit Sandbucht, Palmen und Pinien.

Monika Zeller

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