Ägypten

Ägypten: Spa-Urlauber willkommen

Mit dem Kempinski Soma Bay verfügt Ägypten in wenigen Wochen über eine weitere Wellness-Oase.

Mit dem Kempinski Soma Bay verfügt Ägypten in wenigen Wochen über eine weitere Wellness-Oase. Foto: Kempinski

Das Nil-Land entwickelt ein Qualitätssiegel für Spa & Wellness-Resorts  

Ägypten – einig Wellness-Land: Nach diversen Anläufen hat das ägyptische Tourismusministerium gemeinsam mit regionalen Verbänden die Neugründung der Egyptian Spa & Wellness Association auf den Weg gebracht. Sie soll nun in Kooperation mit der Europäischen Union und dem deutschen TÜV eine verlässliche Qualitätskontrolle für Wellness- und Spa-Einrichtungen in Ägypten in die Tat umsetzen.

Was auf den ersten Blick sehr ambitioniert klingt, ist bei der praktischen Umsetzung bereits recht weit: „Wir wollen in diesem Jahr bereits 20 Resorts mit einem entsprechenden Zertifikat auszeichnen“, kündigte Amr El Ezabi, Chairman der Egyptian Tourist Authority, auf der ITB an. Läuft alles glatt, könnte das Label schon in den Winterkatalogen deutscher Veranstalter zu finden sein, darunter etwa TUI Vital.

Die Spa & Wellness Association, der zahlreiche private Unternehmen angehören, will mit dem neuen Siegel allerdings nicht nur Veranstalter, Reiseverkäufer und Endkunden von der eigenen Qualität überzeugen. Genauso wichtig sei es, dass Behandlungen in ägyptischen Spas künftig auch von deutschen Krankenkassen bezahlt würden, betont El Ezabi. Die ersten Gespräche habe man bereits geführt. Auch mit dem Europäischen Heilbäderverband sei man im Dialog.

Die vielen neuen Hotelprojekte am Roten Meer und am Mittelmeer lassen Ägyptens Touristiker allerdings auch auf anderer Ebene aktiv werden. So will man intensiver als bisher die 80.000 in Deutschland zertifizierten Taucher ansprechen. Auch hier gebe es eine Qualitätsoffensive, die sich in den vergangenen Monaten vor allem den 320 Tauchcentern am Roten Meer gewidmet habe, so Tourismusminister Zoheir Garranah.

Ganz oben auf der Prioritätenliste steht nach wie vor auch Golf. Derzeit gibt es 17 Greens, neun weitere seien in Bau oder in Planung, berichtet Garranah. Seine Traumvorstellung vom deutschen Urlauber: Erst verbringt er einige Tage in Kairo, dann fährt er auf dem Nil von Assuan nach Luxor, spielt anschließend Golf in El Gouna und entspannt am Ende im Angsana Spa der Banyan Tree Group.

Als erfahrener Touristiker weiß Garranah freilich, dass die Mehrzahl der Deutschen vor allem wegen der Sonne und dem Meer nach Ägypten kommt. „Das ist auch kein Problem – uns sind alle willkommen“, betont der Minister und will mit zusätzlichen Famtrips und erhöhtem Marketing-Budget auch dieser Art Tourismus wieder zu Schwung verhelfen. Denn der Winter 2008/2009 ist nicht ganz so gelaufen wie erhofft: „Unser Ziel ist in diesem Jahr, den Rückgang des Tourismus so gering wie möglich zu halten“, sagt Garranah. Die Rekordzahlen aus dem vergangenen Jahr machen diese Vorgabe allerdings nicht gerade leicht: Rund 1,2 Millionen Deutsche sorgten für ein Plus von fast 26 Prozent zum Vorjahr.
Matthias Gürtler

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