Tunesien

Tunesien: Nicht euphorisch, aber zufrieden

Vielfalt: Tunesien bietet mehr als Sonne und Strand ...

Vielfalt: Tunesien bietet mehr als Sonne und Strand ...

Tourismuswerber Naceur Mani glaubt, dass 2009 noch ein gutes Jahr werden kann

... auch wenn die meisten Deutschen gerade deswegen kommen, wie FVA-Chef Naceur Mani weiß.

... auch wenn die meisten Deutschen gerade deswegen kommen, wie FVA-Chef Naceur Mani weiß. Fotos: mg

Bei der Vorstellung der Kataloge für den Sommer 2009 waren sich die Veranstalter einig: Einer Renaissance des Tunesien-Tourismus steht nichts mehr entgegen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Destinationen hatten sich die tunesischen Hoteliers mit Preiserhöhungen weitestgehend zurückgehalten. touristik aktuell sprach mit Naceur Mani, Direktor des Fremdenverkehrsamtes Tunesien in Frankfurt.

ta: Herr Mani, Ende 2008 standen die Zeichen für Tunesien im Jahr 2009 auf Wachstum. Wie sieht die erste Bilanz aus?
Naceur Mani: Wir hatten einen sehr guten Start mit zweistelligen Zuwachsraten aus dem deutschen Markt. Im Februar und März waren die Ankünfte allerdings negativ – erst im April ging es wieder bergauf. Insofern sind wir nicht ganz so euphorisch wie erhofft, aber wir sind durchaus zuversichtlich, was den positiven Verlauf der Saison betrifft.

ta: Entscheidend wird der Sommer sein. Und da entscheiden in Tunesien Familien das Geschäft?...
Mani: Genau das ist das Problem. Trotz unserer günstigen Hotelpreise spüren wir die Zurückhaltung bei vielen Familien. Wie die großen Pauschalreiseveranstalter müssen wir deshalb auf den Spätbuchereffekt hoffen. Noch können wir es schaffen, das ?Ergebnis aus dem Vorjahr zu übertreffen.

ta: Jagen Sie dabei auch Ägypten und Marokko Gäste ab?
Mani: Wir jagen niemandem etwas ab. Wir stehen alle in einem gemeinsamen Wettbewerb, einem fairen Wettbewerb, und versuchen unsere Marktanteile zu erhöhen.

ta: Warum sollten Familien denn gerade jetzt nach Tunesien reisen?
Mani: Wir liegen nicht nur bei den Pauschalreisen preislich sehr gut im Markt. Urlauber profitieren aufgrund des Wechselkurses derzeit auch von sehr geringen Nebenkosten. Und in diesem Jahr liegt „All inclusive“ mehr denn je im Trend. Tunesien hat in dem Bereich ein großes Angebot, und so können wir Marktanteile erhöhen. Zudem haben wir in den vergangenen Jahren kräftig in die Qualität investiert – und das spüren unsere Gäste.

ta: Bekommen davon auch die Reisebüros etwas zu spüren?
Mani: Mit Sicherheit. Wir wollen die bestehenden Kontakte pflegen und noch näher ran an die Agenturen. Denn ohne Reisebüros wären die guten Buchungszahlen für unser Land undenkbar.

ta: Was ist konkret geplant?
Mani: Wir führen in diesem Jahr nicht nur Roadshows, etwa mit FTI, Rewe Touristik und Neckermann durch. Wir laden auch Hunderte von Reiseverkäufern nach Tunesien ein. Mitte Mai wird es zum Beispiel einen Megafam mit Thomas Cook geben. Und im Sommer veranstalten wir vor Ort Chefgespräche mit 100 Reisebüro-Inhabern, die Tunesien sehr erfolgreich verkaufen.

Das Gespräch führte Matthias Gürtler

Deutsche Gäste in Tunesien
Mit einer durchschnittlichen ?Aufenthaltsdauer von 11,3 Tagen bleiben deutsche Gäste deutlich länger in Tunesien als Urlauber aus anderen Staaten. Wichtigstes Ziel der Deutschen ist seit Jahren die Insel Djerba, gefolgt von Sousse sowie den Regionen Port El Kantaoui und Hammamet.

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