Marokko

Marokko: Auf den Spuren von Humphrey Bogart

Wasserverkäufer auf dem Mohammed-V.-Platz

Wasserverkäufer auf dem Mohammed-V.-Platz. Foto: cb

Casablanca glänzt mit Schlemmerlokalen, der Moschee, dem Königspalast und Filmgeschichte  

Das „Weiße Haus“, wie Casablanca auf Arabisch und Spanisch heißt, ist nicht nur Marokkos Wirtschaftsmetropole und bevölkerungsreichste Stadt, sondern auch Drehkreuz der nationalen Fluggesellschaft. Also bieten sich Städtetrips und Zwischenstopps an, um die Millionen- und Hafenstadt am Atlantik mit eigenen Augen anzuschauen.

Obwohl der legendäre Film „Casablanca“ 1942 nahezu komplett in Hollywoods Studios gedreht worden ist, lässt es sich vor Ort wunderbar auf den Spuren Ingrid Bergmans und Humphrey Bogarts wandeln. Rick’s Café in einem stilecht renovierten – natürlich weißen – Haus an der Mauer von Casablancas Medina besteht bereits im sechsten Jahr. Das Themenrestaurant der ehemaligen US-Diplomatin Kathy Kriger erweckt den Schwarzweiß-Streifen zu neuem Leben. Selbstverständlich verfügt der „Gin Joint“ über eine Bar. Neben Balladen und Chansons spielt Issam Chabaa auf dem Klavier immer wieder „As time goes by“.
Kulinarische Alternativen bieten die Restaurants am Fischereihafen.

Schmackhaft und erschwinglich ist das Motto von Le Port de Pêche. Frische Austern sind die Spezialität des Restaurants Ostréa, bei dem es sich lohnt, im Voraus zu reservieren. Direkt vor der Tür ankern die Fischerboote, und wird der Fang des Tages verkauft. Pro Jahr werden hier sechs Millionen Tonnen Sardinen angelandet.

Hauptattraktion der Stadt ist die Hassan-II.-Moschee direkt am Meer. Mit 210 Metern Höhe hält ihr Minarett den Weltrekord. Der Gebetsraum mit Fußbodenheizung unter dem Marmor misst 200 mal 100 Meter und fasst 25.000 Gläubige. Das Moscheedach in 65 Metern Höhe öffnet sich automatisch. Bei deutschsprachigen Führungen werden auch die Leuchter aus Muranoglas oder der Männerwaschraum mit 41 großen Marmorbecken präsentiert.

Die Kirche Notre-Dame de Lourdes lohnt ebenfalls einen Abstecher – schon allein wegen ihrer 800 Quadratmeter Fenster aus buntem Glas. Die Grotte vor dem von 1917 bis 1959 errichteten Sakralbau diente als Vorläufer der Kirche.
Neben dem Mohammed-V.-Platz mit Justizpalast, Hauptpräfektur, französischem Konsulat und Finanzamt ist Casablancas alte Kasbah sehenswert. Großhändler offerieren dort Oliven. Die grünen werden bis zu vier Wochen nach Ansetzten der Frucht geerntet, rote spätestens nach acht Wochen, danach werden sie schwarz und besonders ölhaltig. Viele kleine Geschäfte bieten in der befestigten Altstadt Kunsthandwerk an.

Wenige Schritte über den großen Exerzierplatz mit Kanonen von 1887 führen zum Königspalast. Dort beeindruckt das Eingangstor des Botschafterraums, in dem König Mohammed VI. alljährlich das Diplomatische Corps empfängt. Kunstvoll geschnitztes Holz ist mit Henna, Indigo, Jasmin, Pfefferminze und Safran gefärbt, die eine Lasur aus Arganöl und Eiweiß haltbar macht.

Christian Boergen

 

Casablanca online
Casablanca-Tourismus: www.visitcasablanca.ma
Hassan-II.-Moschee: www.mosqueehassan2.com
Restaurant Ostréa: www.ilove-casablanca.com/ostrea
Rick’s Café: www.rickscafe.ma

Kommentar schreiben