Südafrika

Auf Sozialsafari

Die Lodges im Sabi-Sabi-Gebiet bieten nicht nur Safarierlebnis, ...

Im Sabi-Sand-Gebiet arbeiten die Lodges eng mit den Einheimischen zusammen

... sondern auch Kontakt zur lokalen Bevölkerung. Fotos: sam

Der Fußballplatz ist staubig und trocken, kein grüner Rasen weit und breit, die Sonne knallt unbarmherzig auf den Lehmboden - eine Bullenhitze herrscht mittags um zwölf in der winzigen Shangaan-Siedlung Lillydale. Und doch kämpfen 22 Teenager auf der staubigen Piste erbittert, aber strahlendem Gesichtes um den weißen Ball. Mitschüler feuern die Teams am Platzrand lautstark an, ohrenbetäubende Discomusik schallt aus riesigen Lautsprechern. Auch Bungani im rot-weißen Trikot pustet fest in seine Vuvuzela-Tröte und grinst über beide Ohren. Der Teenager spielt seit neun Jahren leidenschaftlich Fußball: "Wenn ich auf dem Platz stehe, fühle ich die Freude in mir."

Das 2007 gegründete Dreamfields Project hat Bungani dazu bewogen, wieder regelmäßig die Schule zu besuchen - denn nur dann dürfen die Kids im Team und in einer Liga mitspielen. Die Nichtregierungsorganisation nutzte die WM 2010, um Gelder für Sporteinrichtungen und Ausrüstungen für unterprivilegierte Schulen in ländlichen Regionen Südafrikas zu sammeln. "In der Provinz Mpumalanga haben wir bisher sechs Fußballplätze gebaut", erklärt Gründer John Perlman stolz.

In einem Gebiet, in dem fast 70 Prozent Arbeitslosigkeit herrscht, sind Wege, Jugendliche von der Straße zu holen, sehr wichtig. Die soziale Verantwortung empfinden auch immer mehr Safari-Lodges: Südafrika wird durch den starken Bevölkerungswachstum mit Problemen wie extreme Verarmung und Aids auch an den Grenzen der Naturschutzgebiete konfrontiert. "Zehnjährige Kinder führen den Haushalt allein, weil ihre Eltern früh gestorben sind", erzählt Rod Wyndham von Sabi Sabi. Das private Wildreservat der vier Luxus-Lodges liegt im Sabi Sand-Gebiet, das unmittelbar an den Krüger Nationalpark angrenzt. "Es gibt keine Zäune, Geparden und weiße Nashörner können hin- und herwandern", erklärt Tracker Salomon. Seit vier Jahren arbeitet er bereits in der Lodge und verfolgt die Spuren der "Big Five".

Im Westen grenzen die Safari-Camps direkt an die Dörfer Lillydale, Huntington und Justicia. "Schon allein für ein gelungenes Naturschutzkonzept ist es unabdingbar, dass die lokale Bevölkerung integriert wird", erläutert Marketing-Direktor Jacques Smith. Das Camp bietet Schulabgängern das Tracker Training Project, bei dem sie im Spurenlesen geschult werden, um später als Tracker oder Guide in der Lodge-Industrie arbeiten zu können.

Lodrick Manythele vermittelt bei den Projekten zwischen den Dörfern und Sabi Sabi. Seit einiger Zeit zeigt er auch interessierten Safarigästen die Siedlungen mit ihren traditionellen Ndhumba-Hütten und versucht ihnen, die Shangaan-Kultur näher zu bringen. In den Stämmen ist es Tradition, große Familien zu haben: Lodricks Vater hat zwei Frauen und 19 Kinder. Nur langsam verändern sich die Sitten. "Viele Eltern merken, dass sie nicht mehr so viele Kinder ernähren können", weiß Lodrick. So hat auch Fußball-Fan Bungani nur zwei Schwestern.

Sandra Malt

 

Infos
Weitere Infos zu den Fußballprojekten unter www.dreamfieldsproject.org und zu den Lodges unter www.sabisabi.com. 

Kommentar schreiben