Marokko

Ausflüge in Tausendundeine Nacht

Agadir lockt nicht nur mit bunten Märkten, ...

Agadir bietet mehr als nur eine riesige, feinsandige Bucht

... sondern auch feinem Sandstrand. Fotos: Martina Seidlitz/pixelio, FVA Marokko

Eselskarren preschen über den staubigen Weg mitten durch die Stadt, die Getränkekisten schaukeln auf der Pritsche, während sich am Straßenrand verschleierte Frauen um einen Gemüsestand drängeln. Im marokkanischen Taroudannt ist Markttag.

Ein großes Gedrängel und Gewühl im Gewirr der Gassen. Der Hühnerhändler hat seine Hähnchen in Reih und Glied am Bindfaden kopfüber aufgehängt und wartet hinter seinen Waagschalen. Neben ihm duften Koriander und Petersilie beim Gemüsehändler. Kisten auf dem Boden borden über vor Äpfeln, Mandarinen, Bohnen und Zucchini. Frauen drängen sich um den Stand, feilschen, zeigen auf Früchte und gehen mit vollen Körben von dannen.

An jeder Ecke des Marktes riecht es anders: Nach Gewürzen, nach Parfum, Seife oder eben nach totem Huhn. Wellblechdächer verbinden die Häuser, von der Decke hängen Stoffe, Ledertaschen und Lampen. Es ist dunkel und riecht nach Moschusöl. "Der Souk von Taroudannt ist verzweigt in Gassen und Winkel - ohne jemanden, der sich hier auskennt, würden Touristen tagelang herumirren", erzählt Fremdenführer Mohammed, während er seine Gäste zur nächsten Sehenswürdigkeit führt.

Dicke Mauern umgeben die Altstadt. Mit ihren Zinnen wirken sie wie aus einem Ritterfilm. Darunter liegt das Palais Salam, eine kleine Oase in der Stadt. Auf seinem Fußboden ordnen sich Kacheln zu Mosaiken, in Blumenkästen wachsen Bananen und Bambus. Wer rechts und links in die kleinen Gärten schaut, kann Pools, Bassins mit Wasserpflanzen und kleine Bäche entdecken.

Auf dem Weg zurück nach Agadir passiert der Bus die Ausläufer des Atlasgebirges. Während im Hintergrund der Schnee leuchtet, drängeln sich im Vordergrund Ziegen um und auf einem Baum, um Argannüsse zu fressen. Das Arganöl gehört zu Marokkos Beauty-Geheimnissen: Es soll gegen Altern ebenso helfen wie gegen Ekzeme und trockene Haut.

Doch eigentlich kommen die meisten Touristen dieser Gegend nach Agadir, dort lockt der zehn Kilometer lange Sandstrand. Während im Hafen die Boote der Sardinenfischer ankern, tummeln sich an der neuen Marina Cafés, Boutiquen und schicke Restaurants. Das Meer ist ruhig, aber das ist eher eine Ausnahme. Mit seinen Wellen ist Agadir als Surfer-Paradies bekannt, und auch Paragliding und Wasserski sind hier beliebte Abwechslungen zum Beachlife. Jetzt einfach nur baden und all die Eindrücke Revue passieren lassen. Denn die Ausflüge ins Hinterland sind wie Reisen in Märchen aus Tausendundeiner Nacht.
Andrea Lammert

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