Südafrika

Mythos Madiba

Mandela: Ein Leben, dem Kampf gegen die Apartheid gewidmet

Mandela: Ein Leben, dem Kampf gegen die Apartheid gewidmet

Südafrika: Eine Reise auf den Spuren von Nelson Mandela

Vier Quadratmeter, Heimstatt für 18 Jahre

Vier Quadratmeter, Heimstatt für 18 Jahre. Fotos: hb (2)

Wenn der alte Mann aufgeregt ist, stottert er ein wenig. Er ist es noch nicht gewöhnt, dass ihm Besucher ehrfürchtig lauschen. Vermutlich macht Sipho Nkosi deshalb zur Begrüßung diesen Witz, schließlich hat er seine Zeit im Gefängnis auch nur dank einer guten Prise Sarkasmus überstanden. „Willkommen auf Robben Island!“, ruft er. „Genießen Sie! Denn Sie werden diesen Ort nicht mehr lebend verlassen.“

Mit diesen Worten haben ihn einst die Wärter begrüßt, als sie ihn als Häftling unter ihre Fittiche nahmen. Heute führt Nkosi Touristen durch den Hochsicherheitstrakt, in dem Südafrikas Rassisten ihre politischen Gegner einsperrten. So sieht man auch die vier Quadratmeter, auf denen der berühmte Gefangene Nummer 466/64 hausen musste. Eine Matte und Filzdecken liegen auf dem Betonboden, ein Blecheimer als Toilette, ein Holzschemel unter dem vergitterten Fenster. 27 Jahre lang verbrachte Nelson Mandela im Gefängnis, 18 Jahre davon genau hier.

An Robben Island kommt nicht vorbei, wer auf Mandelas Spuren durch Südafrika wandelt – das Eiland bei Kapstadt ist Unesco-Welterbe. Das System, gegen das er kämpfte, erklärt das Johannesburger Apartheid-Museum. Hier wird man mit dem Kauf der Eintrittskarte kategorisiert in Schwarz und Weiß, und lauscht dann den Erläuterungen der Politiker, die das menschenverachtende Konzept der Rassentrennung in blumigen Worten rechtfertigen. 1962 wurde Mandela in den Midlands von Kwazulu-Natal von der Polizei verhaftet und kam hinter Gitter. Ein Kunstwerk markiert den Ort: 50 Stahlstangen ergeben sein riesiges Konterfei.

Begonnen hatte Mandelas Reise am 18. Juli 1918 in der damaligen Transkei, und mit seinem Tod ist er zurückgekehrt ins Land seiner Ahnen. Noch immer wirkt die Region um die Stadt Mthatha im Eastern Cape wie das alte Afrika aus dem Bilderbuch: Rundhütten liegen auf grünen Hügeln, Rinder lümmeln auf der Straße, Kinder toben über die Felder. Vieles von dem, was er in seiner Autobiografie beschreibt, findet man noch immer.

Sein Grab liegt im Ort Qunu, und man darf es bislang nur aus der Ferne sehen. Im Dorf selbst aber steht ein simples Backsteinhaus: „Mandela hat es an der Stelle errichten lassen, an der einst die Hütte seiner Eltern stand – als Erinnerung an seine einfache Kindheit“, erzählt Nokuzola Tetani, die um die Ecke wohnt. Sie schildert Mandela als einen bescheidenen Mann, der sich immer für das Wohl seiner Landsleute eingesetzt habe – im Großen wie im Kleinen.

Helge Bendl

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