Botswana

Botswana: Im Land der Giganten

Entspannt und fotogen: Leoparden des Tuli

Entspannt und fotogen: Leoparden des Tuli

Elefantenherden und Affenbrotbäume am Limpopo River

Elefanten lassen sich aus ein paar Metern Entfernung beobachten.

Elefanten lassen sich aus ein paar Metern Entfernung beobachten. Fotos: hb

Ruhig Blut! Das befiehlt kühl der Verstand. Doch das Herz klopft aufgeregt in der Brust. Denn die Elefanten kommen näher, langsam und zielstrebig, behutsam einen Fuß vor den anderen setzend. Am Ende steht die ganze Herde, Mütter und Tanten und Kälber, direkt über uns am Wasserloch: Aus dieser Perspektive und derart nah haben wir die größten Landtiere der Welt noch nie gesehen.

Tierbeobachtung im Versteck
Früh am Morgen führt Kyle de Nobrega, Guide des Mashatu-Camps, seine Gäste in die „Matebole Hide“. Das außergewöhnliche Versteck ist ein eingegrabener Container: Die Luken für die Tierbeobachtung liegen deswegen bodentief. In der Trockenzeit kommen fast jeden Morgen Elefanten hierher, um ihren Durst an einer eigens angelegten Wasserstelle zu löschen.

Aus nur ein paar Metern Entfernung kann man sie dabei studieren. Ihre massigen Körper duften süßlich nach frisch aufgebrochener, feuchter Erde. Man erkennt die runzelige, staubige Haut, die tiefen Falten, die Borsten am Rüssel und die zarten Wimpern über dem Mahagonibraun der Augen.

Der Tuli-Block – offiziell das Northern Tuli Game Reserve – ist ein Landstreifen entlang des Limpopo Rivers in Botswana und in gleich mehrfacher Hinsicht ein Land der Giganten. Mit 70.000 Hektar Fläche ist das hügelige Privatschutzgebiet eines der größten seiner Art im südlichen Afrika. Uralte Affenbrotbäume recken hier ihre kahlen Äste in den stahlblauen Himmel. Rostrote Sandsteintürme und Basaltformationen bieten spektakuläre Ausblicke.

Vor allem aber ist der Tuli-Block die Heimat großer Elefantenherden. Wer auf Pirschfahrt geht, hat auch gute Chancen, Leoparden zu fotografieren: Die Raubkatzen sind hier entspannt wie an kaum einem anderen Ort der Region.

Vor mehr als 50 Jahren war die Tuli Safari Lodge einer der Pioniere des Tourismus in Botswana. Nach einer Jahrhundertflut im Limpopo River wurde sie jüngst neu erbaut und bietet nun zehn schicke Suiten. Rustikaler sind die Mashatu Lodge und das intimere Mashatu Tent Camp. Den Busch kann man hier klassisch per Geländewagen, aber auch aktiv per Pferd oder per Mountainbike erkunden.

Anreise über Johannesburg
Okavangodelta, Chobe-Nationalpark und Kalahariwüste lassen sich leicht zu einer Botswana-Rundreise kombinieren. Der Tuli-Block liegt dagegen abseits im äußersten Südosten des Landes, an der Grenze zu Simbabwe und Südafrika. Einfacher ist die Anreise deshalb von Johannesburg: Mit dem Auto dauert die Fahrt nur knapp sechs Stunden. Noch schneller ist das Limpopo Valley Air Taxi von Angel Gabriel Aeronautics, das den Tuli-Block zweimal wöchentlich mit Johannesburg verbindet: Damit ist man nur 60 Minuten nach dem Start am Flughafen O. R. Tambo schon mitten im Busch.
Helge Bendl
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