Jordanien

90 Kilometer Geschichte

Bei Wanderungen in der Wüste Wadi Rum ergeben sich immer wieder neue Ausblicke

Zu Fuß und per Fahrrad zu den Kultur- und Naturschätzen des Landes

Guide Mohammed schenkt Tee aus auf dem Weg in die Felsenstadt Petra

Das berühmte Kloster in Petra. Fotos: bo

Sie stehen ganz oben auf der Bucket List jedes Jordanien-Besuchers: Petra, die einstige Hauptstadt der Nabatäer, und die Wüste Wadi Rum. Wer außergewöhnliche Eindrücke von beiden gewinnen möchte, macht den Weg zum Ziel und erreicht die Highlights des Landes zu Fuß oder per Mountainbike.

2015 eröffnete der Jordan Trail, ein 650 Kilometer langer Wanderweg vom nördlichen Um Qais bis nach Aqaba am Roten Meer, dessen schönste Etappen von Dana über Little Petra nach Petra und durch Wadi Rum führen. Wer sich lieber aufs Fahrrad schwingt, rollt auf dem fast parallel verlaufenden Jordan Bike Trail zu den Juwelen Jordaniens.

Im Reich der Nabatäer

Laut National Geographic gehört der Weg zu den 15 schönsten Wanderwegen der Welt: Die gut 90 Kilometer lange Route von Dana bis zur Ruinenstadt Petra. Das letzte Stück beginnt in Little Petra in einer Schlucht, deren Felswände noch voller Wohnhöhlen der Nabatäer stecken, eines antiken Nomadenstammes, der die Region um 550 vor Christus besiedelte.

Über einen Beduinenpfad geht es zu Fuß durch die Sandsteinfelsen-Landschaft, wo Einheimische die müden Wanderer mit süßem Tee aus kleinen Steinöfen versorgen.

Nach gut zwei Kilometern ist es so weit: Das Kloster aus dem ersten Jahrhundert, Ad Deir, erhebt sich nun aus dem Gestein. Dort geht es erstaunlich untouristisch zu, denn wer vom Haupteingang kommt, muss einen steilen Aufstieg über viele Treppen bewältigen.

Die „Sieben Säulen der Weisheit“

In der Schlucht tief unten, entlang der Säulenstraße, schmiegen sich die 13 Königsgräber, das Römische Theater und unzählige weitere Gräber und Höhlen aneinander, die 1985 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt wurden.

Wer Petra über die Hintertür erreicht, hebt sich das Beste für den Schluss auf: das Schatzhaus Khazne al-Firaun, an dem schon Indiana Jones staunend emporblickte. Zwischen Petra und Wadi Rum lohnt es, sich auf den Sattel zu schwingen: Der King’s Highway führt ins Dorf Delagha und ein Off-road-Pfad hinein in die wüstenähnliche Landschaft. Ins felsige Nichts haben sich Steinhütten und Beduinenzelte verirrt, manchmal ziehen Hirten mit ihren Schafen durchs Geröll.

Am Ende wird alle Mühe doppelt belohnt, wenn sie am Horizont erscheinen: die „Sieben Säulen der Weisheit“ am Eingang zu Wadi Rum. Eine Wüste, die T. E. Lawrence als „weitläufig, einsam und gottähnlich“ beschrieb. Beduinen-Camps zieren die steinige Leere, wo Besucher in schwarz-weißen Zelten aus Ziegenhaar übernachten. Die Wege durchs Wadi lassen sich am besten zu Fuß erkunden, zum Beispiel auf den 1.700 Meter hohen Berg Jebel al Hash, einen der höchsten Jordaniens.

Oder man kraxelt hoch zur Burdah Rock Bridge und schaut über ein Meer aus rötlichen und grauen Steinen und Felsen, die nur eine Schlussfolgerung zulassen: T. E. Lawrence hatte recht.

Von Bernadette Olderdissen

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Bernadette Olderdissen

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