Deutschland

Vom Moorland zum Kinderland

Die Brigg Friederike in Papenburg.

Das Emsland hat sich zum Paradies für Familien gemausert

Kletterspaß in Schloss Dankern, Deutschlands größter Ferienanlage. Fotos: is

Außer Atem, die Wangen sind rot, nassgeschwitzte Haare kräuseln sich im Nacken. Meine beiden Jungs sind schon am frühen Morgen auf Jutesäcken die Wellenrutsche hinabgesaust und haben den Klettervulkan auf dem Indoor-Spielplatz erklommen. Und nun erfrischen wir uns, draußen im Pool. Spielen ohne Pause – das ist heute das Motto, denn Schloss Dankern ist Deutschlands größte Ferienanlage.

Doch der unumstrittene Familienmagnet der Region kann gerade an Feiertagen extrem voll werden. Das bekommen wir nun selbst zu spüren und verkrümeln uns deshalb am frühen Nachmittag. Es geht in den Baggerpark. Nur wenige Kilometer vom Schloss Dankern entfernt sehen wir schon die gelben Ungetüme in den Himmel ragen, mitten in einer sandigen Mondkraterlandschaft.

Wohltuend nach dem Trubel: Außer einer fünfköpfigen Kindergeburtstagstruppe ist heute niemand außer uns hier. Ich muss zugeben, dass mich die Idee mit dem Baggerpark zunächst nicht begeistern konnte, meinen Mann und die Jungs dafür umso mehr. Doch als ich dann selbst oben auf so einem röhrenden Gefährt sitze, die Kraft des Motors spüre und mit einem dumpfen „Flopp“ die erste Schaufel Sand fallen lasse, stelle ich fest: Baggern, das ist Kraft und Macht konzentriert in zwei Schalthebeln. Das hat was.

Nachdem wir der Landschaft schließlich ein paar neue malerische Krater hinzugefügt haben, übernachten wir ganz in der Nähe auf einem Bauernhof. Hofhund Charlie kommt meinen Jungs gleich wedelnd entgegen gelaufen – entspanntes Kontrastprogramm zum lauten Erlebnispark und den brummenden Baggermotoren.

Am nächsten Morgen nieselt es und wir entscheiden uns für ein Schlechtwetterziel im Norden. In Papenburg überspannen romantische Klappbrücken den Kanal und im Zentrum liegt die Brigg Friederike im Wasser, ein altes Holzschiff. Sie zeigt, was die kleine Hansestadt einst groß gemacht hat: der Schiffsbau. Meine Jungs werden flugs zu Piraten und nehmen das Steuerrad in Beschlag, während wir auf unseren Bus warten.

Früher liefen in Papenburg nur Holzschiffe vom Stapel und die erste Werft, die Stahlkolosse bauen wollte, wurde verlacht. Doch heute ist die Meyer-Werft die einzige, die noch übrig ist. Unser Bus trägt uns direkt auf ihr Gelände: „Hier sehen sie das zweitgrößte Garagentor der Welt“, erzählt der Guide, der durchs Werk führt. Und so geht es weiter: Superlativ reiht sich an Superlativ.

Am dritten Tag lernen wir dann kennen, was das Emsland einst ausmachte – die Moorlandschaft. Wollgras wiegt sich im Wind, in den Tümpeln quaken Frösche. Wir spazieren über Holzstege durch das Bourtanger Moor, besichtigen das Museum. Dann zuckeln wir in der Moorbahn durch das Naturschutzgebiet. Auf dem kargen Boden konnten die Bauern nur Buchweizen anbauen. Zum Glück für uns, denn deshalb gibt es heute Buchweizenpfannkuchen im nächsten Café. Außen kross und innen triefend saftig. Pfannkuchen – auch kulinarisch hat die Region meine Jungs erobert.

Iris Schaper

Familienerlebnismarke
Das Emsland hat mit „Familienland Emsland“ eine eigene Familienerlebnismarke geschaffen. Dieses Siegel erhalten Beherbergungsbetriebe, Freizeiteinrichtungen und Gastronomieunternehmen, die sich durch eine besondere Kinder- und Familienfreundlichkeit auszeichnen. Infos unter www.emsland.com, „Familienland Emsland“.

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