Portugal

Atlantik-Radweg: Brückenschlag

Wenn man von Porto aus ...

Wenn man von Porto aus ...

Portugal: Mit dem Fahrrad von Porto nach Lissabon

... ganz lange mit dem Fahrrad fährt, ...

... ganz lange mit dem Fahrrad fährt, ...

... kommt man irgendwann nach Lissabon.

... kommt man irgendwann nach Lissabon. Fotos: jw

Am Douro-Kai in Porto drängeln sich Touristen. Musiker trommeln, Gaukler zeigen Kunststücke. Jenseits des Flusses leuchten die Portweinkellereien in der Abendsonne. Davor schaukeln die so genannten Rabelo-Kähne im bräunlichen Wasser. Über allem spannt sich wie ein ruhiger Bogen die gigantische Eisenkonstruktion der Brücke D. Luis I. Die alte Handelsstadt im Norden Portugals ist der Ausgangspunkt unserer fünftägigen Radtour in Richtung Lissabon.

Roter Radweg, blaues Meer
Auf dem glatt und rot asphaltierten Radweg schnurrt der Reifen an kilometerlangen, goldgelben Sandstränden und am blauen Wasser entlang, durch den Kiefernwald von Bucaquinho und manchmal über Holzbohlen durch Dünen. Einziger Wermutstropfen: Die zumeist etwas gesichtslose Architektur der Badeorte mit ihren Apartment-Blocks. Macht nichts: Blickrichtung nach rechts zum Atlantik.

Durch die elf Kilometer breite Lagune von Aveiro radelt man kerzengeradeaus und vorbei an Flamingos, die in Reihenformation spazieren, zur Fähre hinüber nach Praia de Barra und weiter zum rot-weiß-gestreiften Leuchtturm von Aveiro.

Zwischendrin locken Strände und Cafés aus dem Sattel, um Galao zu schlürfen, portugiesischen Milchkaffee im Glas. Die noch unbesetzten Alustühle wackeln und klackern im Wind, Sonnenschirme ächzen, die Sonne strahlt herab. Man starrt Richtung Atlantik in sich überschlagende Wellen, ins Auf und Ab. Doch welcher Strand an der Route nun der schönste ist, Praia de Mira, Pedrogao, Vieira oder Sao Pedro de Moel, ist schwer zu sagen.

Trockenfische in der Bucht
Auch durch den würzig duftenden Pinienwald von Leiria führt die Route auf einem großartig angelegten Radweg Richtung Sitio da Nazare. Von dort blickt man auf den über 100 Meter tiefer liegenden Ort Nazare, auf Strandzelte, die halbmondförmige Bucht und Holzgestelle zum Trocknen der Fische. Oben versuchen Frauen in traditionell sieben übereinander getragenen Röcken Nüsse und angeblich handgestrickte Pullover und Strümpfe an den Touristen zu bringen. Ein Tagesausflug führt von hier aus zum Kloster Alcobaca und anderntags weiter ins nicht minder hübsche Obidos mit seinen weiß gekalkten Häuschen, der Burg und der Stadtmauer.

Das Finale der Tour naht in Lissabon: Neben weiteren Sehenswürdigkeiten ist die rote Hängebrücke ein Höhepunkt, die sich mehr als zwei Kilometer lang über den Tejo spannt. Und so endet diese Tour der Überraschungen, wie sie begonnen hat, an einer weltberühmten Brücke: Von der Stahlbrücke Ponte D. Luis I in Porto zur weit geschwungenen Ponte 25 de Abril in der portugiesischen Hauptstadt.
Judith Weibrecht

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