Mexiko

Campeche: Unterwegs im Unesco-Erbe

Koloniale Häuser in der Altstadt

Koloniale Häuser in der Altstadt.

Die ruhige Alternative zu Yucatans Ostküste

Der Zocalo ist das Zentrum Campeches

Der Zocalo ist das Zentrum Campeches. Fotos: DC_Colombia/iStockphoto, ras

Die Uhren gehen anders im mexikanischen Bundesstaat Campeche – im echten und im übertragenen Sinn. Der Staat hinkt eine Stunde hinter den Provinzen Quintano Roo und Yucatan hinterher, mit denen er sich die Halbinsel Yucatan teilt.

Touristisch gesehen liegen Tage, wenn nicht sogar Wochen zwischen Campeche und den Stränden und den Ausgrabungen in den Nachbarprovinzen. Während sich in den Resorts an der Riviera Maya, an der Costa Mujeres, in Cancun und auf Cozumel Hunderttausende tummeln und das alte und neue Weltwunder Chichen Itza bestaunen, reisen bisher nur wenige Urlauber nach Campeche. Sowohl der Bundesstaat als auch seine gleichnamige Hauptstadt sind langsamer, ruhiger, mexikanischer – und absolut sehenswert.

Rund fünf Stunden dauert die Fahrt von der Ost- zur Westküste der Halbinsel Yucatan, von der Riviera Maya bis zur Hauptstadt San Francisco de Campeche. Auf der Hälfte der Strecke liegt die Maya-Stätte Chichen Itza. Warum also nicht mal weiter ins beschauliche Campeche fahren, anstatt zur Touristikhochburg Riviera Maya zurückzukehren? Selbst für unerfahrene Mexiko-Urlauber ist das im Mietwagen problemlos machbar.
Empfangen wird der Besucher von den Stadtmauern der Festung San Felipe. Sie umschließen den kolonialen Altstadtkern, der vor 20 Jahren zum Unesco-Weltkulturerbe geadelt wurde.

Geprägt wird die Altstadt von jahrhundertealten, bunten und oft schön renovierten ein- und zweistöckigen Häusern mit schmiedeeisernen Gittern vor den Türen. In der Fußgängerzone stellen abends die Lokale ihre Tische auf die Straße und bedienen ihre Gäste bis weit nach Mitternacht.

Touristen sind in diesen Restaurants häufig allein unter Mexikanern. Aber Achtung: Um einkehren zu können, sollte man auf jeden Fall mexikanische Pesos im Geldbeutel haben. Kreditkarten oder US-Dollar werden nur selten akzeptiert.

Sehenswert zu jeder Tages- und Nachtzeit ist zudem der Zocalo, wie der Hauptplatz wie in fast jeder mexikanischen Stadt heißt. Mitten auf dem Platz, der von einer Kathedrale überragt wird, findet sich der steinerne Pavillon mit der Touristeninformation, die das Museum für präkolumbianische und koloniale Waffen empfehlen wird.

Von hier aus sind es fünf Minuten Fußweg durch ein Tor in der Stadtmauer hindurch bis zur Uferpromenade am Golf von Mexiko. Strände sind hier nicht zu finden, schön ist es trotzdem.

In der Altstadt gibt es diverse kleine, sehr schöne Kolonialhotels. Mit der Hacienda Puerta Campeche steht auch eine frühere Sisal-Hacienda der Luxury Collection von Marriott zur Wahl. Eine weitere befindet sich mit der Hacienda Uayamon 20 Kilometer außerhalb Richtung Edzna. Die dortige Maya-Stätte ist nicht so bekannt, dafür weniger voll und absolut sehenswert.

Sylvia Raschke
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