Sambia

Sambia: Glitzernde Sumpflandschaften

Die Shumba Lodge wurde auf Stelzen erbaut.

Die Shumba Lodge wurde auf Stelzen erbaut. Foto: rfk

Unterwegs in den Savannen des Kafue-Nationalparks

Moses Masumba, seit dreißig Jahren als sambischer Buschpilot unterwegs, lässt für seine Passagiere die Propeller anlaufen: Mit fünf Maschinen erreicht seine Charterairline von Lusaka aus die abgelegensten No-Go-Areas im tiefsten Dschungel. Sie trägt den Namen „Star of Africa“. Ziel ist das Lunga River Camp am Rand des Kafue-Nationalparks, der mit 22.500 Quadratkilometern halb so groß ist wie die Schweiz.

Unten glitzernde Flüsse und Sumpflandschaften, dann Umbra und Ocker und Trockenflussläufe. Wüstenhafte, marsähnliche Bilder mit dunklen Kratern, die sich im Sinkflug als gewaltige Baumkronen entpuppen. Während die Cessna Caravan eine Schleife über den Fluss zieht, zeigen sich dort planschende Hippos und noch dickere Fleischklöpse, Elefanten. Die Zeit reicht für einen Speedboat-Trip den Lunga River hinauf, vorbei an grauenerregenden Krokodilen.

Tsetsefliegen im Sturzflug
Am nächsten Tag stehen die Busanga Plains auf dem Programm. Die Wahl zwischen zwanzigminütigem Helikoptertransfer und dreistündiger Fahrt mit dem Landcruiser ist schnell entschieden. Letzterer bleibt dreimal im Schlamm stecken, Tsetsefliegen setzen zum Sturzflug an. Dann weicht der Buschwald abrupt und die Weite der Busanga Plains gibt einen berauschenden Blick bis zum Horizont frei, durchbrochen nur von aufragenden Bauminseln, die auf flutsicheren Termitenhügeln wachsen. Wenn sich Busanga zur Regenzeit in eine Wasserfläche so groß wie der Bodensee verwandelt, ragen die symbiotischen Gebilde wie Halligen aus dem Meer der Wildtiere.

Auf einer solchen Hallig hat sich die Shumba Lodge positioniert, vorsichtshalber auf Stelzen. In der Frühe liegt ein kühles Nebeltuch über der tellerflachen Savanne, hier und dort stechen nur die dunklen Horngeweihe grasender Antilopen und Wasserböcke ruckelnd aus der weißen Dunstschicht, dräue Schattenrisse von Bauminseln ragen aus der sich langsam purpur färbenden mystischen Szenerie. Zwei Tage benötigen Versorgungs-Trucks aus Lusaka bis hierher.

Wenn der See zur Savanne wird
Im benachbarten Busanga Bush Camp kontrollieren wachsame Game Ranger ihren Teil der Wilderness. Hier bewegen sich Raubkatzen auf Augenhöhe mit Zeltbewohnern, ohne Stelzen oder Umzäunung. Heute stehen Löwen beim Liebesspiel auf der Liste der hautnahen Attraktionen. In 300 Metern Höhe brummt der Helikopter auf dem Rückflug über letzte, glänzende Wasserreste der Busanga Plains. „Bevor der große Regen kommt“, erklärt Chopper-Pilot Werner Gouws, und zeigt auf vereinzelte Fahrspuren unten, „muss hier alles raus.“ Fahrzeuge kommen dann nicht mehr durch. Mit seinem Transportmittel ist er der King, wenn Lodges und Camps im letzten Moment evakuiert werden. Nur Wachpersonal bleibt, bis zum Frühjahr, wenn die Trockenzeit beginnt und der riesige See wieder zur Savanne wird. Informationen unter www.wilderness-safaris.com.
Roland F. Karl

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