Ägypten

Ab in die Wüste!

Abenteuer pur: Mit dem Jeep durch die schönsten Ecken der Sahara.

Spannende Touren zu den großen Oasen der ägyptischen Sahara

Ein typisches Merkmal der Weißen Wüste sind die riesigen Kreidepilze. Fotos: aze

Ein wenig Abenteuerlust gehört zu jeder Wüstentour, auch wenn die Oasen der Westlichen Wüste - Siwa, Bahariya, Farafra, Dakhla und Kharga - heute recht gut erschlossen sind. Fern von Nil und Meer faszinieren großartige Landschaftserlebnisse. Geröllfelder wechseln zu geschwungenen Sanddünen, schwarze Basaltberge stehen in krassem Kontrast zu den bizarren Kreideformationen der Weißen Wüste. Gerade die Offroad-Trips in unwegsame Gebiete bieten den Gästen das unvergleichliche Wüstengefühl, den Hauch von Freiheit.

Zwischen Kairo und Luxor liegen die Oasen wie große Inseln im unendlichen Sandmeer. Zu den wasserreichen großen Oasen zählen jeweils mehrere Dörfer mit Gemüse- und Obstplantagen und Zigtausenden von Dattelpalmen. Und doch hat jede Oase ihren ganz eigenen Charakter. Viele der Touren führen ab Kairo entlang der Mittelmeerküste nach Alexandria, El Alamein und weiter zur sagenumwobenen Oase Siwa. Hier soll Alexander der Große das Orakel befragt haben, vor Siwa verlor der beutelüsterne Perserkönig Kabyses sein gesamtes Heer im Sandsturm.

An dieser abgelegenen Oase scheinen Hektik und Eile vorbeigezogen zu sein. Braune Lehmhäuser ducken sich unter den Altstadthügel Shali. Eselskarren rumpeln durch die staubigen Gassen, Quellen sprudeln frisches Wasser hervor, grün leuchten Obst- und Gemüsegärten und ein wogendes Meer von Dattelpalmen.

Die Oase Bahariya fehlt bei keinem Wüstentrip: Hier wurde 1996 das "Tal der goldenen Mumien" entdeckt, eine Totenstadt mit Hunderten von Goldmasken. Auch Tempelreste und das Bad der Kleopatra sind einen Besuch wert, ebenso wie die Aussicht vom Berg Dakrour und die Fahrt zum Salzsee bei Sonnenuntergang.

Bis zur nächsten Oase Farafra verändert sich die Landschaft. Auf alten Karawanenwegen geht es zur Schwarzen Wüste mit ihren pechschwarzen Pyramidenbergen und Gipfeln aus Vulkangestein. Auch die kleine Oase Farafra wird von Dattelpalmen- und Obstplantagen geprägt. In heißen Schwefelquellen lässt es sich wunderbar entspannen. Die bunten Bemalungen der Häuser sind meist das Werk des örtlichen Künstlers Badr Abdel Moghny Aly, der in einer burgähnlichen Galerie residiert und Besucher gerne durch sein Reich führt.

Gleich bei Farafra beginnen besonders eindrucksvolle Teile der Westlichen Wüste: Hier sind die gewaltigen Dünenzüge des Großen Sandmeeres zu erkennen, und nördlich erstreckt sich die berühmte Weiße Wüste mit ihren großen pilzförmigen Kreidefelsen. Dakhla, den nächsten Wüstenort, hielt man im Altertum für die schönste aller ägyptischen Oasen, wozu auch heute noch die rosa schimmernde Kulisse des Felsabbruchs im Hintergrund beiträgt. Und in den bis zu 42 Grad heißen Quellen haben auch schon die Römer gebadet. Der malerischste Ortsteil ist das mittelalterliche El Qasr. Die Gassen bilden ein teils überdachtes Labyrinth, in dem man sich heillos verirren kann. Wer die Besteigung des westlichen Minaretts wagt, wird mit faszinierenden Ausblicken über das Tal und Einblicken in winzige Innenhöfe belohnt.

Den Süden des großen Oasenbogens bildet die Senke von El Kharga. Die Hauptstadt der Region El Kharga ist mit mehreren Hotels idealer Ausgangspunkt für die Touren zu den verschiedenen Dörfern im Norden und im Süden der Oase. Dush zum Beispiel war einst ein wichtiger Karawanenknotenpunkt, auf dem alle Schätze des Orients zusammentrafen. Von hier wurde der aus dem Sudan kommende "Karawanenweg der 40 Tage" kontrolliert. Selbst als Ruinen noch imposant, erheben sich auf einem Hügel die Reste der römischen Befestigungsanlage und eines Isis-Tempels. Fast wie eine Geisterstadt wirken dagegen die kuppelgekrönten, teils zerfallenen Lehmhäuser auf einem nahen Hügel. Der gespenstische Eindruck täuscht nicht, handelt es sich doch um die frühchristliche Totenstadt El Bagawat.

Monika Zeller

Sahara-Touren

Oft Reisen bietet drei Touren mit Geländewagen. Sie dauern zwischen sieben und elf Tagen und binden zum Teil Alexandria und Kairo mit ein. Neu ist die Kombi "Oasen & Dahabeya" (Wüste und Segelkreuzfahrt) .
Helios Reisen bietet drei Varianten ab Luxor an, sie dauern zwischen fünf und zehn Tagen. In komfortablen Lodges wird bei der Tour "Westliche Oasen in Style" übernachtet.
Bei Ikarus Tours sind zwei Expeditionsreisen im Angebot: 15 Tage "Ägypten und seine Oasen" sowie 17 Tage "Die Ägyptische Sahara".
Wikinger Reisen lockt mit der zweiwöchigen Variante "Durch die Wüste bis zum Nil", bei der die Gäste in Zelten sowie auf einer Feluke übernachten.

Kommentar schreiben