Botswana

Louvre der Wüste

Felszeichnungen als Zeugnisse der Vergangenheit. Foto: aze

Die Tsodilo Hills in Botswana bergen Felszeichnungen der Buschleute

Echte Safari-Fans fühlen sich erst richtig in ihrem Element, wenn sie ganze Tage im Geländewagen über „Knochenrüttler-Pisten“ und überflutete Pfade schaukeln, um den Big Five möglichst nahe zu kommen. Botswanas Nationalparks am Chobe River, am Kwando oder im Okavango-Delta sind genau das richtige Revier für ausgedehnte, abwechslungsreiche Pirschfahrten.

Ein nicht weniger spannendes Kontrastprogramm innerhalb einer Safari-Reise bietet die Kalahari im äußersten Nordwesten von Botswana. Hier liegen – über staubige Sandpisten erreichbar – auch die Tsodilo Hills, die heiligen Hügel der Buschleute.

An den steilen Wänden finden sich mehr als 4.000, teils Jahrtausende alte Felsmalereien der San. Es ist eine der berühmtesten Kollektionen von Felsmalereien, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählen. Auch für die heute noch hier ansässigen San sind die Hügel von Tsodilo eine heilige Stätte, die vom Geist ihrer Ahnen erfüllt zu sein scheint.

Bisher finden sich noch relativ wenig Besucher am Zentrum mit dem kleinen Museum ein. Schlecht ist das nicht unbedingt – denn sonst würde die mystische Stimmung bei den „Male“, „Female“ und „Child“ genannten, abrupt aus der Ebene aufsteigenden Hügeln, verloren gehen. Ihre Besonderheit: Hier sprudeln mitten in der Kalahari-Wüste selbst bei größter Trockenheit noch immer Quellen.

Eine Reihe von Pfaden führt zu den am besten erhaltenen Felszeichnungen. Zum Beispiel der „Rhino Trail“, der recht einfach zu begehen ist. Ein San-Guide begleitet die Besucher durch lockeren Buschwald entlang der Felsen. Das erzhaltige Gestein zaubert teils vielfarbige Gemälde auf die Felsen. Bald macht der Guide auf die verblüffend exakten Umrisse Afrikas als Halbrelief hoch in der Wand aufmerksam.

Die von den Vorfahren auf den Fels gemalten Tiere wie Nashörner, ‧Giraffen, Antilopen, Langhorn-Rinder, Löwen, Flusspferde und Fische zeugen vom einstigen Artenreichtum in der Region, in der es früher einen See gegeben haben muss. Zahlreiche Felsmalereien datieren aus den Jahren 800 bis 1.300. Historikern liefern sie eine Chronologie des Lebens der Menschen wie auch der sich verändernden Umweltbedingungen, die in dieser Region herrschten.
Monika Zeller

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