Botswana

Botswana: Parade der Dickhäuter

Hoppla! Die tollpatschigen kleinen Elefanten stolpern mehr als dass sie laufen

Im Chobe-Nationalpark gibt es so viele Elefanten wie nirgendwo sonst

Diese Antilopen machen Safariurlaubern schöne Augen

Vor 50 Jahren wurde der Chobe-Nationalpark gegründet. Fotos: hb

Elefanten, Elefanten, Elefanten: Es stehen derart viele Dickhäuter am Ufer des Chobe River, dass man sie gar nicht zählen kann. Wenn ein Familienverbund abrückt und zum Futtern in den angrenzenden Wald zieht, kommt die nächste Herde angetrottet. Von morgens früh bis abends spät geben die Elefanten ein tierisches Schauspiel und präsentieren sich in einer Komödie in vielen Akten. 
Da gibt es die tollpatschigen Babys, die mehr stolpern als laufen auf dem Weg zum Fluss. Mütter und Tanten haben sie im Auge und helfen ihnen mit dem Rüssel auf, wenn sie ausrutschen. Kindergartenkinder suhlen sich im Schlamm, bis sie rabenschwarz sind. Teenager wedeln mit den Ohren und messen bei Kabbeleien ihre Kräfte. Ältere Herren beobachten das Geschehen aus der Ferne. Doch den mächtigen Matriarchen kommen sie nicht in die Quere. 
Nirgendwo in Afrika gibt es so viele Elefanten wie in Botswana. Der jüngste „Great Elephant Census“ beziffert die Zahl der Tiere im Land auf über 130.000 – mehr als ein Drittel der Population des ganzen Kontinents. Die meisten Dickhäuter Botswanas leben im Norden, im vor 50 Jahren gegründeten Chobe-Nationalpark. In der Trockenzeit von Mai bis Oktober sind die Tiersichtungen hier so gut wie an nur wenigen anderen Orten in Afrika – Elefanten, Antilopen und Raubtiere sammeln sich am Ufer des Flusses. 
Das Städtchen Kasane ist Ausgangspunkt für Bootstouren und Pirschfahrten mit dem Geländewagen. Schwärmen die Fahrzeuge der zwei Dutzend Unterkünfte morgens und abends aus, herrscht entlang der Riverfront viel Verkehr. Selbstfahrer dürfen diesen Abschnitt deswegen nur noch von neun bis 14 Uhr erkunden. Ruhiger ist es im Westen, in der Nähe des Grenzübergangs Ngoma Bridge. Auch hier sind in den vergangenen Jahren einige Camps entstanden.
Die einzige permanente Unterkunft im Park ist die Chobe Game Lodge mit knapp 50 Zimmern. 1975 trafen sich hier Elizabeth Taylor und Richard Burton, um in aller Stille zum zweiten Mal zu heiraten. 
Busch-Feeling und Exklusivität bietet dagegen And Beyond mit „Chobe Under Canvas“: Nur fünf Safarizelte werden an einsamen Plätzen mitten im Nationalpark aufgestellt. Ein Bonus für Gäste, die mit besonders schönen Fotos nach Hause fahren wollen: Als Extra wird eine Safari mit einem Boot angeboten, auf dem Kameras vorinstalliert sind und Profi-Fotografen Tipps geben für die besten Bilder.
Air Botswana bindet Maun im Okavangodelta und Gaborone an, SAA-Partner Airlink bietet nonstop Johannesburg–Kasane. Die Victoriafälle in Simbabwe sind vom Chobe als Tagesausflug buchbar. Ganz einsam ist der Nationalpark noch im Süden: Die Camps im Marschland von Savuti und den Sümpfen von Linyanti erreicht man nämlich nur per Allradfahrzeug oder Buschflieger.
Helge Bendl

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