Namibia

Namibia: Die Pirouetten der Panzertiere

Fotogen präsentiert sich Spitzmaulnashorn „Rob“.

Fotogen präsentiert sich Spitzmaulnashorn „Rob“.

Eine Safari zu Wüstennashörnern und Wüstenelefanten

Wüstenelefanten streifen durch die Täler der Trockenflüsse.

Wüstenelefanten streifen durch die Täler der Trockenflüsse. Fotos: hb

Die Ranger haben ihre Rechnung ohne Rob gemacht. Zwar gibt es selbst in der allereinsamsten der vielen einsamen Ecken im Damaraland eindeutige Regeln: Sie schützen Mensch und Tier. Rob allerdings ist ohne Furcht und neugierig. Er hält sich nicht an nicht von ihm gemachte Vorschriften. Und sorgt so für einen Safarimoment, für den es sich nach Namibia zu reisen lohnt.

Rob ist 20 Jahre alt und ziemlich selbstbewusst. Mindestabstand? Ist ihm egal. Das Spitzmaulnashorn weiß auch nicht, dass für Treffen zwischen Mensch und Tier nur eine beschränkte Zeit vorgesehen ist. Als wir uns geduckt nähern, gegen den Wind und die Büsche als Deckung nutzend, döst der Bulle noch im Schatten unter einem Baum. Wir können ihn in aller Ruhe studieren.

Doch als wir wieder am Geländewagen ankommen, wird Rob auf uns aufmerksam. Er will wissen, wer in seinem Revier unterwegs ist. Bis auf ein paar Dutzend Meter kommt er ans Fahrzeug heran und wittert. Seelenruhig stapft er dann den Hang hinauf, posiert mit erhobenem Kopf für ein letztes Foto und verschwindet außer Sichtweite.

Namibias Nordwesten ist alles andere als wüst und leer: Am Fuße der mächtigen Etendeka-Berge ist die größte wild lebende Population von Spitzmaulnashörnern zu Hause. In der Palmwag Concession sorgt die Naturschutzorganisation Save the Rhino Trust mit Flugzeug, Helikopter und Wildhütern für die Sicherheit ihrer frei lebenden Schützlinge. Speziell geschulte Ranger spüren die Panzertiere mit Besuchern des Desert Rhino Camps von Wilderness Safaris auf. Während Namibias Weite andernorts in Farmland aufgeteilt und portioniert wurde, kann man hier noch das alte Afrika erleben – eine endlose Landschaft ohne Zäune.

Im Damaraland und dem Kaokoveld leben neben den Wüstennashörnern noch größere Tiere: Wüstenelefanten. Die imposanten Dickhäuter streifen in der Nähe der Felszeichnungen von Twyfelfontein durch die Täler der Trockenflüsse. Dort wohnt man im traumhaft in die Felsen gebauten Mowani Mountain Camp oder in den Zelten des Damaraland Camps von Wilderness Safaris. Einsamer ist es in der von nomadischen Himbas besiedelten Purros Conservancy: Hierher reisen nur abenteuerlustige Selbstfahrer und Gäste der edlen Okahirongo Elephant Lodge.

Eine Giraffenherde zieht durch das trockene Flussbett des Hoarusib. 25 Tiere, Eltern und ihr Kindergarten, knabbern an Ana- und Kameldornbäumen. Hier lebt auch eine Herde Wüstenelefanten. Die Tiere haben ihr Verhalten an die harsche Umgebung angepasst: Sie ziehen Nacht für Nacht kilometerweit von Wasserstelle zu Wasserstelle.

Außerdem gehen die Wüstenelefanten sorgsam mit der Vegetation um, erzählt unser Guide Uanee Kasona: „Sie naschen überall, reißen aber sehr selten Bäume nieder. Die Tiere wissen wohl, dass es hier sehr lange dauert, bis etwas nachwächst.“
Helge Bendl

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