Sambia

Sambia: Du bist nie allein

Elefanten in der Lobby der Mfuwe Lodge

Elefanten in der Lobby der Mfuwe Lodge

In exklusiven Nationalparks gibt es die Tierwelt ohne Massenandrang

Es ist jede Menge auf los auf der staubigen Piste.

Es ist jede Menge auf los auf der staubigen Piste. Fotos: The Bushcamp Company, mk

Der königliche Besuch kommt heimlich und überraschend. Eine Löwin hat es sich direkt vor dem Eingang unserer Hütte gemütlich gemacht, geradeso, als würde sie dort auf unsere Rückkehr warten. Schon seit dem späten Nachmittag war man mit anderen Safaritouristen in Sambias Südluangwa-Nationalpark unterwegs gewesen, um ausgerechnet nach Löwen Ausschau zu halten. Als der Jeep nach Einbruch der Dunkelheit in die Mfuwe Lodge zurückkehrt, herrscht bereits Aufruhr in der Anlage.

„Sie haben Besuch“, sagt Jason, einer der Wachmänner, die uns nach Einbruch der Dunkelheit zur Sicherheit für gewöhnlich zur Hütte begleiten. Er leuchtet mit dem Scheinwerfer in Richtung Eingang, wo im Lichtkegel das helle Fell einer großen katzenartigen Gestalt zu sehen ist. Zunächst verharrt die Löwin noch, fühlt sich dann vom gleißenden Licht aber doch so gestört, dass sie das Weite sucht.

Nichts Ernstes sei der Auftritt der Raubkatze ge‧wesen. Sie habe nur ihr Territorium markiert, sagt Jason. Weil aber auch noch eine Schwester der Löwin in der Nähe sein soll, fährt er uns diesmal direkt bis vor die Haustür. Sicher ist sicher. Die Wachmänner werden wie sonst auch die ganze Nacht Patrouille gehen, das beruhigt.

Ganz still wird es in der Lodge ohnehin nie, denn Frösche und Grillen geben ein Dauerkonzert und in der Ferne verhallen die tiefen Rufe von Nilpferden im Dunkel der Nacht. Man muss kein Hypochonder sein, aber als degenerierter Städter erlebt man Tiere zu Hause eben nur mehr in ihrer domestizierten Form. Und dann ist man plötzlich in dieser Wildnis gelandet – das entschuldigt vieles.

Die Hütten heißen Antilope oder Nilpferd und die passenden Tiere dazu hat man mitunter vor der eigenen Terrasse stehen. Ab Ende Oktober läuft gar eine Elefantenfamilie mitten durch die Lobby. Dann steigt ein Elefant nach dem anderen die Treppen zur Rezeption hinauf, passiert die Lobby und visiert den 100 Jahre alten Mangobaum im Innenhof an, dessen Früchte dann reif sind. Schon seit jeher kommen die Elefanten hierher, um von den süßen Mangos zu naschen. Was stört sie da eine Lodge, die man irgendwann nachträglich um den Baum herum gebaut hat.

In Afrika träfen für gewöhnlich 20 Safaritouristen auf einen Löwen, in Sambia sei das genau umgekehrt, erzählen uns die Guides immer wieder. Doch solche Exklusivität hat durchaus ihren Preis, zumal das Land seinen Safaritourismus vorwiegend auf den Luxusbereich ausgerichtet hat. In der Hochsaison ist man am Tag pro Person dann schnell mal 500 Euro los.

Margit Kohl

 

Weitere Informationen
Mfuwe Lodge: Buchbar über www.mfuwelodge.com und www.bushcampcompany.com sowie etwa über die Veranstalter Abendsonne Afrika, Jacarana Tours und Reiseservice Africa. Neben der Haupt-Lodge gibt es sechs Busch-Camps, die ebenfalls im Südluangwa-Nationalpark liegen, ab 397 Euro pro Person und Nacht mit Vollpension ohne Getränke und zwei Gamedrives pro Tag. Weitere touristische Auskünfte findet man unter www.zambiatourism.com.

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