Mo 12.06.17

Sambesi: Stille Tage am Fluss


Die neue Matetsi River Lodge am Ufer des Sambesi River


Alle Suiten der Matetsi River Lodge verfügen über einen privaten Plungepool

Alle Suiten der Matetsi River Lodge verfügen über einen privaten Plungepool

Mit Guide Kheto geht es auf Pirschfahrt ins 50.000 Hektar große Matetsi Game Reserve. Fotos: cd, And Beyond

Mit Guide Kheto geht es auf Pirschfahrt ins 50.000 Hektar große Matetsi Game Reserve. Fotos: cd, And Beyond

Die mit Kupfer beschlagene Bar leuchtet noch immer in spiegelnd blankem Rotgold. Kein Wunder, denn die von der Gruppe And Beyond (www.andbeyond.com) betriebene Matetsi River Lodge im Westen Simbabwes wurde erst vor wenigen Monaten eröffnet. Da blieb einfach noch keine Zeit für Patina. Von der offenen Lounge geht der Blick über den in sattem Grün strömenden Sambesi. 40 Kilometer weiter stürzt er sich als Victoriafälle über die Felsen in die Tiefe. Hier aber atmet der viertgrößte Strom Afrikas nichts als träge Ruhe. 

„Willkommen im Busch! Erschrecken Sie bitte nicht, falls direkt vor Ihrer Tür ein Warzenschwein liegt. Der Eingang von Suite Nr. 17 ist sein Lieblingsplatz“, sagt die Rezeptionistin bei der Schlüsselübergabe. Auf moderat-angenehme 22 Grad ist die riesige Suite klimatisiert. Neben Innen- und Außenduschbad hat sie eine skulpturenartig freistehende Badewanne und ein breites, mit Moskitonetzen verhängtes Bett. 

Alle insgesamt 18 Suiten befinden sich jeweils in einer eigenen Villa. Eine Terrasse mit dick gepolsterten Liegebetten und privatem Plungepool gehört dazu. Doch wir wären nicht in Afrika, wenn die Wasserbecken nur von den Gästen genutzt würden. Vögel baden am Überlauf, Affen kommen zum Trinken und manchmal stakst vorsichtig der Buschbock heran, ein scheues Tier mit wunderschöner Zeichnung, und stillt mit hörbarem Schlürfen seinen Durst. Wo Wasser ist, da sammelt sich das Leben, so könnte eine Grundregel Afrikas lauten. 

Natürlich darf eine Bootsfahrt auf dem Fluss ebenso wie ein Ausflug zu den Victoriafällen nicht fehlen. In einer Breite von 1,7 Kilometern stürzen sich die Wassermassen die Felskante hinab. Immer neue Regenbögen prangen über dem Naturwunder, das von den Einheimischen „donnernder Rauch“ genannt wird. Wo der Spray der Fälle am heftigsten gischtet, ist ein feuchter Regenwald mit grellrot leuchtenden Feuerballblumen, Farnen und Palmen entstanden. Der Spaziergang entlang der Fälle wird von einem High Tea im kolonialen Ambiente des historischen Victoria Falls Hotel gekrönt.

Wie in anderen klassischen Safarizielen auch, geht es ansonsten für die Gäste der Matetsi River Lodge zweimal am Tag zu Pirschfahrten. Sie führen in das 50.000 Hektar große Matetsi Game Reserve mit seinen Raubkatzen, Büffelherden, Elefanten und Giraffen. Guide Kheto erzählt Geschichten über die Wildnis, die Staunen machen. Über die Klugheit der Akazien etwa, die bei drohender Überäsung einen Giftstoff bilden, der den Bäumen das Überleben sichert. 

Am meisten berührt uns Khetos Bericht darüber, wie er lernte, den Gästen in die Augen zu sehen. Diese fremde Art der Annäherung, verpönt im eigenen Kulturkreis, habe ihm wortwörtlich die Augen für eine tiefere Art der Begegnung geöffnet. Wir sitzen lange am Feuer, das Kreuz des Südens als markantes Positionslicht des Sternenhimmels über uns. Als Kheto geendet hat, hört man das Prusten der Flusspferde vom Sambesi und das weit entfernte Stöhnen der Löwen im Busch. 


Claudia Diemar

 

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