Namibia

Etosha-Nationalpark: Tierischer Luxus

Schließlich taucht Electra, das Leoparden-Weibchen auf

In Namibia kümmert sich die Africat Foundation um Wildkatzen

Schräge Angelegenheit: Im Jeep geht es durchs Gebüsch.

Okapri hält wieder und wieder eine Antenne in die Luft. Fotos: uf

Nur das Klicken der Fotoapparate ist zu hören. Und ein lautes Schlucken. Genüsslich beginnt der graue Koloss am Wasserloch unweit des Lagers Halali im Etosha-Nationalpark zu trinken. Einmal, zweimal schlürft das Nashorn, dann hält es inne, guckt zur Seite und schnaubt. Von der linken Seite traben im Zeitlupentempo zwei Artgenossen heran. 
Es dauert Minuten, bis eines der mächtigen Tiere auf das andere trifft. Die Zuschauer halten den Atem an. Doch anstatt aufeinander loszugehen, kommen sich die beiden Riesen respektvoll ganz nahe. „Man sagt immer, dass Nashörner Einzelgänger und wenig freundlich zu ihren Artgenossen sind. Aber ich habe schon vieler solcher Szenen erlebt“, sagt Marc. 
Marc ist Guide und führt Touristen durch sein Namibia, das mit seiner ungezähmten Wildheit beeindruckt. Mit dieser kommen Besucher nicht nur im Etosha in Berührung. Weiter südlich liegt der Sitz der Africat Foundation. Inmitten des 22.000 Hektar großen Okonjima-Natur-Reservats finden Leoparden und Geparden ein Zuhause. „Sie werden von Farmern getötet, weil sie deren Tiere reißen“, erklärt Marc. Doch sobald eine Raubkatze erledigt wird, übernimmt eine andere das Revier. „Die Stiftung zeigt, wie Farmer und Raubtier miteinander leben können und schützt die Tiere.“
So nah wie im Okonjima kommen Besucher den Leoparden im Normalfall nicht. Die Tiere sind scheu. Um sie aufzuspüren, haben zwölf von ihnen ein Halsband mit GPS-Signal. 

Okapri, der für Okonjima arbeitet, sitzt am Steuer eines offenen Geländewagens und ruckelt mit den Gästen durchs Gebüsch. Immer wieder hält er eine Antenne in die Luft und horcht. Fährt in die eine, dann in die andere Richtung. Paviane kreuzen den Weg, Kudus. „Tok, tok, tok“, fiept der Sender. Und dann sehen die Safari-Besucher das Tier. „Das ist Electra“, sagt Okapri, deutet auf das Weibchen, das nach ein paar Minuten vor den Paparazzi flieht. 
So schnell der besondere Moment kam, so schnell ist er auch schon wieder vorbei. Und für Okapri und seine Gruppe geht es zur Okonjima African Villa. Sie liegt inmitten des Natur-Reservats an einem Wasserloch. Weit und breit nur Wildnis. Doch das ist nicht der einzige Luxus: Die Villa mit Swimmingpool, Küche und Panoramafenstern lässt keine Wünsche offen. „Hier haben schon Promis wie Angelina Jolie und Brad Pitt oder Wesley Snipes übernachtet“, sagt Okapri. 
Als die Sonne untergegangen ist, macht sich die Gruppe auf den Weg zur Sicherheitszone inmitten des Reservats, wo sich Unterkünfte befinden, in denen die Gäste friedlich den ereignisreichen Tag ausklingen lassen können. 
 

Ute Fiedler


Klasse statt Masse
2017 wurden mehr als 120.000 Touristen aus Deutschland in Namibia gezählt – ein Rekord.
Namibia will Klasse statt Masse: Die Preise für Landprogramme sind seit 2016 um etwa 15 Prozent gestiegen. Um weniger nachgefragte Monate zu pushen, wurden Programme mit Unternehmen wie Panasonic aufgelegt. Verschiedene Veranstalter, etwa Diamir bieten einen Besuch in Okonjima an.

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