Sa 25.11.17

Israel: Jesus didn’t take the bus


Der Jesus Trail ist ein 65 Kilometer langer Wanderweg durch Galiläa


Blick vom Jesus Trail auf Tiberias und den See Genezareth

Blick vom Jesus Trail auf Tiberias und den See Genezareth

Weg in Richtung Arbel Nature Reserve (Mount Arbel) durch das grüne Galiläa Fotos: kw

Weg in Richtung Arbel Nature Reserve (Mount Arbel) durch das grüne Galiläa Fotos: kw

Das Land ist voller heiliger Stätten aller Religionen. Seit zehn Jahren ist Israel um eine religiöse Attraktion reicher: den Jesus Trail, ein 65 Kilometer langer Wanderweg in Galiläa. Ob Gottes Sohn hier tatsächlich entlang ging, ist ungewiss, jedoch verbindet der Weg zahlreiche Stätten seines Wirkens. 

Der Jesusweg beginnt in Nazareth, der Heimatstadt Jesu, und verläuft über Sepphoris, Kana, die Hörner von Hittim, die steilen Abhänge des Berges Arbel, den See Genezareth, Tabgha und Kafarnaum. 

Der Wanderweg steht jedem offen. Campen ist an vielen Stellen erlaubt. Das Wanderzeichen besteht aus drei Streifen: weiß, orange und weiß. Auch wer nicht religiös ist, sollte es sich nicht nehmen lassen, ein Stück auf dieser weltweit einmaligen Route zu gehen. Gut zu Fuß zu sein, ist allerdings unumgänglich.

Tolle Blicke auf den See Genezareth

Eine der schönsten Strecken führt entlang des Sees Genezareth von Tiberias nach Kafarnaum. Tiberias liegt nicht direkt am Jesus Trail, doch man kann einen Bus vom Stadtzentrum aus auf die Anhöhe nehmen, an der der Weg vorbei-geht. Der Weg führt dann hoch oben am See Genezareth entlang durch grüne Felder und Haine. Auf den See hat man zu jeder Zeit einen wunderschönen Blick. 

Den biblischen Berg Arbel besteigen

Schwieriger wird es, sobald der Weg zum Berg Arbel führt. Der Aufstieg auf den biblischen Berg ist anstrengend, Wanderer sollten versuchen, diesen Abschnitt vor der Mittagshitze hinter sich zu bringen. Doch die Schwierigkeit liegt hier beim Abstieg. Messinggriffe, die am Berg angebracht wurden, bieten eine kleine Hilfe, doch eigentlich klettert man den Berg eher herab, als dass man ihn geht.

Der steile Weg am Hang hinunter beschert dafür grandiose Ausblicke auf die grüne Landschaft Galiläas und die umliegenden Dörfer. Das erste Dorf, das man unten erreicht, ist Wadi Hamam. Hier gibt es Rastmöglichkeiten an den klaren Bächen, in denen man die qualmenden Füße kühlen kann. Dann geht es durch Olivenhaine, vorbei an Blutorangenbäumen und Mandarinenfeldern. Pilger dürfen sich gerne bedienen. 

Als Nächstes erreichen die Wanderer Migdal, den Geburtsort von Maria Magdalena. Wer keinen Proviant dabei hat, kann sich hier an einem der Falafel-Imbisse stärken. Leider führt der Weg ab hier eine Weile an einer Schnellstraße entlang, bevor er wieder in das malerische Hinterland abbiegt. 

In Tabgha angekommen, lohnt sich der Umweg durch Weizenfelder und Bananenstauden auf den kleinen „Berg der Seligpreisungen“, der eigentlich eher ein Hügel ist. Jesus hielt hier die Bergpredigt. Heute steht dort eine pittoreske Kirche, und man hat einen spektakulären Blick auf den See. 

Zu Gast in Petrus’ Geburtsort

Die letzte Etappe führt ins Fischerdorf Kafarnaum, dem Geburtsort Petrus’. Hier endet auch der gesamte Jesus Trail. Diese Strecke beträgt insgesamt rund 17,5 Kilometer. Wer abkürzen möchte, kann ab Migdal mit dem Bus bis nach Tabgha fahren – auch wenn der Slogan des Jesuswegs lautet: „Jesus didn’t take the bus – why should you?“ 

Auf der Web-Seite www.jesustrail.com gibt es ‧Informationen zu Navigation und GPS, Übernachtungsmöglichkeiten, Wasser, Verpflegung und anderen Routen inklusive Infos zu einzelnen Stätten und Orten. 


Katharina Wilhelm

 

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