Do 01.03.18

Mekong: Barfuß auf der Mekong Pearl


Unterwegs mit dem neuen Boutique-Schiff von Thailand nach Laos


Das neue Boutique-Schiff Mekong Pearl

Das neue Boutique-Schiff Mekong Pearl

Die Superior-Doppelkabine ist 16 Quadratmeter groß. Fotos: ad

Die Superior-Doppelkabine ist 16 Quadratmeter groß. Fotos: ad

Bitte Schuhe ausziehen! So lautet das erste Gebot an Bord. Ganz so, als würde man ringsherum in Südostasien ein Privathaus betreten. Was anfangs befremden mag, verkehrt sich rasch ins Gegenteil. Auf der Mekong Pearl fühlt sich der Gast gleich wie daheim. Ob barfuß, in Socken oder Pantoffeln. Zudem macht das unbeschuhte Dasein auf sympathische Art alle gleich: die maximal 29 Passagiere und die 18-köpfige Crew.

Schlüsseln wir die Zahlen zum neuen Boutique-Schiff Mekong Pearl auf, das Ende 2017 seine Jungfernfahrt durch das nördliche Thailand und Laos erlebte: 43 Meter lang, gut acht Meter breit, und nur einen Meter Tiefgang. Letzterer ist entscheidend beim Bootsbau gewesen, denn Ober- und Unterlauf des Mekong, die Fahrtgebiete der Mekong Pearl also, haben ihre Tücken. 

Gefahren wird nur bei Tageslicht

Sandbänke, unvorhersehbar wechselnde Wasserstände, Stromschnellen, Strudel, Inseln, Felsen. Was die Gäste freut und Fotospeicherkarten füllt, erfordert von den Kapitänen – je nach Abschnitt ein Duo oder Trio – höchste Konzentration. Mal schnürt sich der Fluss eng zusammen, mal zieht er sich über einen halben Kilometer und mehr auseinander. Die optimale Spur, die die Chefs wie von Wunderhand ohne elektronische Hilfen auf der Brücke ansteuern, ist für Außenstehende kaum auszumachen. Gefahren wird nur bei Tageslicht.

Die Atmosphäre an Bord ist persönlich und ungezwungen. Dies spiegelt auch die Kleidung wider: Zu den bodenständigen Büfetts und Menüs wären Anzug oder Abendkleid overdressed. Für Dekors und Charme des Schiffes sorgen Mahagoni und Teak. Die Holzverkleidungen setzen sich von den komfortablen Außenkabinen bis in den Bar- und Restaurantbereich fort. Bordsprache ist Englisch, der Guide spricht auch Deutsch. Als „entspannt und entschleunigend“ charakterisiert Felix Willeke, Stellvertretender Geschäftsführer von Lernidee Erlebnisreisen, eine Tour auf dem Mekong. Die Klientel sieht er vorrangig in „Kreuzfahrt- oder Asien-Wiederholern. Oder Vielgereisten, die einen Fluss wie den Mekong noch auf der Liste haben.“

Felsflanken und Bambushaine

Sonnen- und Observationsdeck sind Vorzugsplätze, um unterwegs die Fülle des Grüns in sich aufzunehmen. Eine besonders schöne Strecke führt vom Goldenen Dreieck stromabwärts zur einstigen laotischen Königsstadt Luang Prabang. Bananen- und Teakholzplantagen ziehen vorbei, Bambushaine, Palmen, Felsflanken, waldüberzogene Berge. Stopps lassen die Passagiere in die Alltagsexotik der Menschen eintauchen, die Geschichte und Gegenwart am Mekong.

Laos setzt dabei besondere Akzente. Atemschwer führt der Weg in Huay Xai zur Tempelanlage Vat Chom Kao hinauf, wo sich winzige Buddha-Skulpturen in einem Rundbau aufreihen und der Blick auf den schlammbraunen Fluss fällt. In der Unterstadt verkaufen Markthändlerinnen Mangos, Fettschichtstücke von Wasserbüffeln und selbst gemachte Fischsauce in Plastikbeuteln. 

An der Mündung des Flüsschens Nam Tha bringt ein Langboot die Gäste ins Dorf Ban Don Mixay, wo der Ortsvorsteher skelettierte Affenschädel über der Eingangstür seines Hauses aufgehängt hat, um böse Geister abzuschrecken. In der Siedlung Ban Pak Ou geht es zu einem Elefantencamp, verbunden mit Wissensneuland: „Asiatische Elefanten können Sonnenbrand bekommen“, erklärt Führer Ben. 

Kulturelle Highlights sind die heiligen Tam-Ting-Höhlen mit Tausenden Buddha-Bildnissen und die Stadt Luang Prabang mit Prachttempeln, dem Morgen- und Nachtmarkt. Früh abends ist der Aufstieg zum zentralen Tempelhügel ein Muss. Denn der Sonnenuntergang über Bergspitzen und Mekong ist ein Traum.

Andreas Drouve

Buchungs-Tipps / Reisezeit

Buchung: Lernidee Erlebnisreisen bietet die Mekong-Tour in sechs Varianten an. Alle Ausflüge und Besichtigungen sind im Reisepreis enthalten. Gefragt als Vor- oder Nachprogramm sind Bangkok oder Kambodscha.

Ausstattung: Der Neubau verfügt über 15 Kabinen, jede mit eigenem Bad. 

Kategorien: Deluxe (22 Quadratmeter, mit Balkon), Superior (16 Quadratmeter) und Classic (zwölf Quadratmeter; auch eine Einzelkabine).

Nebenkosten: Getränke an Bord: Cola 1,60 US-Dollar, Bier 2,50 US-Dollar, Glas Wein 4,20 US-Dollar. Ganzkörpermassage (eine Stunde): 18 US-Dollar.

Reisezeit: Ideale Reisezeit ist von Oktober bis März. Während der Niedrigwassersaison von April bis Juni fährt das Schiff nicht.

Einreise Laos: Für die Einreise nach Laos sind vor Ort 30 US-Dollar in bar und ein Passbild nötig.


 

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