Indonesien

Bali: Im Kasten über die Insel

Bunte kleine Flitzer fahren Touristen über die Insel

Während einer Kübelwagen-Tour lassen sich die Highlights des indonesischen Eilands bequem entdecken

Unzählige Hindus pilgern zum Meeresheiligtum Tanah Lot. Fotos: uf

Tigor ist entspannt. Rechts wird er von Mofas überholt, links knattern Mopeds vorbei, dann schert ein Auto kurz vor ihm ein. Ob es viele Unfälle auf Balis Straßen gibt? Tigor nickt. „Yes, yes, it’s dangerous“, sagt er und tritt mit seinen nackten Füßen das Gaspedal durch.
Tigor ist einer von mehreren Fahrern, die an diesem Tag Touristen durch Westbali fahren. Sie sitzen hinterm Steuer von Fahrzeugen, die selten, aber auf Bali doch ab und an zu finden sind: Der VW 181 Kübelwagen, einst Militärfahrzeug, gilt heutzutage als unkonventionelles Gefährt, um auf äußerst ungewöhnliche Art die Insel zu erkunden. 

Perfekt fürs Fotografieren

Bequem sind die Sitze in dem Kasten, dessen Verdeck und die Windschutzscheibe heruntergeklappt werden kann. Der Vorteil: Die Gäste können fotografieren, ohne sich groß bewegen zu müssen. Der Nachteil: Die Sonne sorgt für heiße Köpfe. 
Je länger Fahrer Tigor durch die Gegend kurvt, desto mehr Kleidungsstücke ziehen seine Mitfahrer an, um sich vor der sengenden Sonne zu schützen. Und sind somit gleich bestens vorbereitet auf den Besuch verschiedener Tempel, für die die Insel der Götter bekannt ist. 
Zunächst führt die Fahrt zum Meeresheiligtum Tanah Lot, eines der bekanntesten Fotomotive Balis. Den Tempel betreten dürfen nur Gläubige. Unzählige pilgern an den Touristen vorbei. 
Sie tragen Opfergaben – Früchte, Geld, Gebäck, Zigaretten, Räucherstäbchen –, mit denen sie den Meeres- und Unterweltgöttern huldigen. „Die Menschen geben hier sehr viel Geld für ihre Religion aus“, erklärt Robert Köhler, Inhaber von Bali Safari Tours. Mit seinem Geschäftspartner Heiko Schwiering bietet er seit den 1990er Jahren diese Kübelwagen-Touren an, Ein-Tages-Ausflüge ebenso wie längere Fahrten. „Im Kübelwagen ist Bali einfacher zu erkunden, als zum Beispiel im Bus. Die Fahrzeuge sind wendiger.“ 

Vorbei an grünen Reisfeldern

Auf schmalen Straßen geht es vorbei an saftig grünen Reisfeldern im Bezirk Tabanan. Laut Köhler sind diese mit die ertragreichsten der Welt. Trotzdem muss Bali Reis importieren, da der Verbrauch auf der Insel immens ist. 
Je weiter man ins Hochland vordringt, desto grüner wird es. Tapioka- und Ingwerfelder säumen die Straßen. Und dann hält Tigor auf einmal vor dem Pura Luhur Batu Kau, einem beeindruckenden Dschungeltempel. Er ist eines von insgesamt sechs Nationalheiligtümern auf Bali.
Ruhig ist es, wenige Touristen sind vor Ort. Sie bedecken sich mit einem Sarong, um die Tempelanlage betreten zu dürfen. Nicht alle Teile sind öffentlich zugänglich. Priester sitzen im Schatten der Gebäude, eine Zeremonie wird vorbereitet. 
Wenig Zeit bleibt, um an diesem besonderen Ort, an dem es so angenehm kühl ist, zu verweilen. Die beste Tageszeit für einen Besuch ist der Vormittag. Oft zieht gegen Mittag Nebel auf. Und es kann auch regnerisch werden. 
Die kühle Luft ist angenehm. Besucher atmen durch, bevor sie sich wieder in den Kübelwagen setzen, der sie sicher durch die vollgestopften Straßen Balis zurück ins Hotel bugsiert. 
 

Von Ute Fiedler
 

VW-Kübelwagen-Touren
Zahlreiche Veranstalter bieten Kübelwagen-Rundreisen und Tagesausflüge an. 
Rundreisen gibt es beispielsweise bei Dertour („Bali Open Air“, drei Tage) und Meiers Weltreisen („Abenteuer im VW-Kübelwagen“, vier Tage).
Touren im Zuge einer Rundreise hat beispiels-weise auch TUI im Portfolio („Bali hautnah“ und „Ursprüngliches Bali“).
Tagesausflüge bieten diverse Veranstalter wie etwa TUI („West-Bali Open Air“), Dertour („Bali im VW-Kübelwagen“) und Meiers Weltreisen („Westbali VW-Safari“) an.

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