Mi 15.11.17

Jungfrau-Region: Jeden Tag eine andere


Die Wintersport-Hochburg bietet Pisten und Schneeabenteuer satt


Auf der Piste in der Jungfrau-Region unterwegs. Foto: cd

Auf der Piste in der Jungfrau-Region unterwegs. Foto: cd

In der Schweiz ist übrigens alles schöner und besser“, wusste schon der Schweizer Dichter Adolf Muschg. Leider ist auch vieles teurer als anderswo, weshalb es gute Gründe geben muss, Helvetien die Treue zu halten. Die imposante Bergwelt des Berner Oberlandes ist einer davon. Autofreie Dörfer bestechen ebenso als Argument, wie die historischen Hotellegenden mit dem Charme von einst. Vor allem wird sportlich allerhand in der Jungfrauregion geboten.

Mehr als 200 Pistenkilometer bieten genug Spielraum, um sich dem weißen Rausch hinzugeben. Mit Bahnen und Bussen kann man, etwa von Interlaken aus, jeden Tag neue Abfahrten entdecken. Mal geht es nach Grindelwald, von dort über das Schreckfeld bis hinauf aufs Oberjoch. Oder man spurt von Wengen aus mit dem Zug bis zum Eigergletscher. Mürren lädt ein zum Höhenrausch auf das Schilthorn. Der Gipfel ist auch als Piz Gloria bekannt, seit er unter dieser Bezeichnung den Drehort für den Bond-Streifen „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ gab.

Wengen liegt zentral und wird, anders als Grindelwald, auch im Winter von der Sonne verwöhnt. Von hier aus geht es mit der Bahn hinauf zur Kleinen Scheidegg, dem Kulminationspunkt des Jungfrau-Skizirkus. Doch gut präparierte Pisten allein genügen nicht. Die Boarder brauchen Halfpipes, Kickers und Boxen. Die Fraktion der Freerider will Spuren durch den Tiefschnee ziehen. Für alle Launen ist gesorgt in „Snowparks“, die sich mal Bärgelegg nennen, mal „White Elements“. Aber es gibt ja nicht nur die jungen Wilden.

Vor allem Familien möchten das Abenteuer Schnee in allen Facetten erleben. Beliebt ist das klassische Vergnügen Rodeln, das die Schweizer „Schlitteln“ nennen. Mit der nostalgischen Wengeralpbahn geht es hinauf zur Station Alpiglen. Hier startet der „Eiger-Run“, ein acht Kilometer langer Spaß auf Kufen hinunter nach Grindelwald, zuweilen unter Flutlicht sogar bis spät in den Abend hinein.

Wer Blut geleckt hat, schnappt sich den guten alten „Davoser“ und entert die Firstbahn Grindelwald. Vor dem Schlittelvergnügen steht allerdings ein Aufstieg von zwei Stunden und 500 Höhenmetern bis zum Start unterhalb des Faulhorns. Was nun folgt, ist die längste ausgewiesene Rodelpiste der Welt: 15 Kilometer mit steilen Serpentinen. Schon Hermann Hesse, einer der Rodelpioniere vor Ort, stürzte sich hier „lachend steil und tief hinunter ins verschneite Land“.

Wem die rasante Abfahrt auf dem traditionellen Holzschlitten zu langweilig wird, der kann zur Abwechslung einen „Velogemel“ testen. Dieses bereits 1912 von einem Grindelwalder Schreiner erfundene Gerät, ein fahrradähnliches Gebilde mit Kufen statt Reifen, erlebt neuerdings eine Renaissance.

Weitere Infos findet man unter www.myjungfrau.ch.


Claudia Diemar

 

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