Mo 07.05.18

St. Peter-Ording: Großes Drachenglück


Das Strandbad ist völlig zu Recht ein Klassiker für Familien


Er fliegt! Jetzt nur nicht loslassen

Er fliegt! Jetzt nur nicht loslassen

Noch ein Schaf. Und noch eins

Noch ein Schaf. Und noch eins

Beim Boulespiel wird sorgfältig gemessen. Fotos: sl

Beim Boulespiel wird sorgfältig gemessen. Fotos: sl

„Fliegt der Lenkdrachen auch noch bei Windstärke sieben?“ – „Na ja, fliegen vielleicht schon, aber wenn der dann ’ne Spatenlandung hinlegt, ist er hin.“ Um eine Spatenlandung, muss man wissen, handelt es sich, wenn das Fluggerät mit der Nase voraus auf den Boden kracht. Die Folge: zersplitterte Fiberglasstäbe, untröstliche Kinder.

Die Dame im Fachgeschäft hat aber gleich eine Lösung parat. „So windig wie heute ist es nicht die ganze Woche, ab morgen haben wir nur noch Windstärke vier.“ Hervorragend, denn die hält auch ein vernünftiger Kinderdrachen aus, der nicht gleich 200 Euro kostet. Kinder glücklich, Eltern glücklich, die Verkäuferin höchstwahrscheinlich auch. Bis der Wind abklingt, kann man am Strand ja auch super Boule spielen.

St. Peter-Ording liegt auf der Halbinsel Eiderstedt in Nordfriesland und ist ein Traum für alle, die außer ein paar Millionen Tonnen Sand, flachem Wasser und zwei bis drei Eis am Tag nicht mehr brauchen zu ihrem Glück. Okay, Eimer und Schaufel und einen Fußball vielleicht und den oben erwähnten Lenkdrachen.
Und dann läuft ein Tag am Strand mit den charakteristischen Pfahlbauten erfahrungsgemäß folgendermaßen ab: Die Eltern schleppen zwei riesige Taschen mit Decken, Bademänteln, Sonnenmilch, Wasser, Keksen, Äpfeln (die eh keiner isst), Büchern und anderem Kram zum Strandabschnitt Ording. Hier gibt es einen großen Spielplatz samt Fußballtoren, einen Strandkorbverleih (lohnt sich bei fiesem Wind), Toiletten, Duschen und einen Kiosk, den man mehrmals täglich für Eis, Pommes, Würstchen oder Fischbrötchen ansteuern kann.

Dann dauert es keine fünf Minuten, bis eine Horde anderer Kinder ankommt und auch mitspielen möchte. Fußball, Boule – oder einfach zusammen die größte Sandburg der Welt bauen. Die Eltern machen es sich derweil auf der Decke gemütlich, beobachten Kitesurfer, entwirren hier und da mal Drachenschnüre, reichen einen Keks und lesen ansonsten ziemlich ungestört ein Buch. Abends gehen alle paniert, aber glücklich nach Hause.

Die „Small Five“ des Meeres

Das ist zumindest die Idealvorstellung bei perfektem Wetter. Wenn es doch mal kälter, nasser und windiger ist (oder wenn man nach ein paar Tagen den Strandkoller bekommt), macht man einfach eine Wattwanderung, organisiert von der örtlichen Tourismuszentrale.

„Mama, ist das jetzt eine gemeine Strandkrabbe oder ein anderer Krebs?“ – „Äh, tja, was sagt denn Lea?“ Lea macht ein Freiwilliges Soziales Jahr im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und erklärt kleinen (und großen) Teilnehmern der Wattwanderung, warum auch die kleinsten Tierchen wichtig für den Erhalt des empfindlichen Ökosystems sind.

Mit den Füßen im Matsch und mit Becherlupen in der Hand versuchen wir, die „Small Five“ des Wattenmeers einzusammeln: den Wattwurm, die gemeine Herzmuschel, die gemeine Strandkrabbe, die gemeine Wattschnecke und die Nordseegarnele. Klappt. Und klar, dass die Winzlinge am Ende der Wanderung wieder in die Freiheit entlassen werden.

Immer Remoulade drauf

Ebenfalls super für Kinder ist das Multimar Wattforum im nahegelegenen Tönning mit riesigen Aquarien, Mitmachstationen und einem großen Wasserspielplatz auf dem Außengelände. Im historischen Hafen um die Ecke kann man sich in der Alten Fischereigenossenschaft zudem so ziemlich alles aufs Brötchen legen und mit Remoulade übergießen lassen, was frisch aus dem Meer gezogen wurde.

Der Leuchtturm Westerheversand – eines der Postkartenmotive schlechthin – steht wahrscheinlich ebenfalls auf der To-do-Liste der meisten Familien, die nach St. Peter-Ording kommen. Lauffaule Kinder kommen dort sehr gut mit dem Fahrrad oder dem Laufrad hin, flankiert von Hunderten Schafen, die die Salzwiesen auf dem Deich abgrasen.

Und das Beste an einem Familienurlaub in St. Peter-Ording: Nach einem Tag an der frischen Nordseeluft mit Sonne, Wasser und Wind schlafen selbst große Kinder wie die Babys.

Susanne Layh

Buntes Programm

Familien soll es in St. Peter-Ording auf keinen Fall langweilig werden. Deshalb legt die örtliche Tourismuszentrale jedes Jahr ein äußerst umfangreiches Familienprogramm mit vielen Veranstaltungstipps auf. Anmelden kann man sich beispielsweise zu Wattwanderungen, zum Backen oder Basteln im Kinderspielhaus, zu Fußball- oder Volleyballturnieren oder zur Strand-Olympiade. Von Juli bis Mitte September nehmen Mitarbeiter des Kinderspielhauses immer donnerstags Kids ab fünf Jahren für zwei Stunden mit in den Westküstenpark.
Diese und viele weitere Broschüren können kostenlos unter www.st-peter-ording.de angefordert oder heruntergeladen werden.


 

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