Griechenland

Olympische Riviera: Zu Füßen der Götter

Die Region ist mittlerweile auch in den Katalogen größerer Veranstalter zu finden

70 Kilometer Badestrand auf dem Festland und idealer Standort für Ausflüge

Bei Wanderungen durch das Olymp-Gebirge treffen Urlauber immer wieder auf uralte Steinbrücken / Fotos: sw, Mouzenidis Travel

Olympische Riviera – das klingt besser als Thermaischer Golf. Also prägten die Touristiker der Region vor 15 Jahren diesen Markennamen. Das 70 Kilometer lange Küstenstück auf dem Festland gegenüber der Halbinsel Chalkidiki reicht von Stomio im Süden bis Makrigialos im Norden. Vom Flughafen Thessaloniki ist es nur eine Autostunde bis zu dieser Küste, es gibt auch gute Zug- und Busverbindungen.

Diese aufstrebende Ferienregion wurde von den meisten deutschen Griechenland-Anbietern jahrelang vernachlässigt. Erst in den letzten Jahren, seitdem Griechenland boomt und neue griechische Destinationen gesucht werden, zieht die Region in die Kataloge auch größerer Anbieter ein. 20.000 Gästebetten stehen insgesamt zur Verfügung.

Der Name des Küstenstreifens ist gut gewählt, denn die Hotels stehen praktisch im Schatten des Götterberges Olymp. Wer von seinem Bett aus sieht, dass das Olymp-Massiv im Nebel versteckt ist, weiß, dass Göttervater Zeus und seine Kompagnons ‧anwesend sind. Das wird den Gästen als Erstes vom Hotelpersonal erklärt.

Badelatschen unbedingt einpacken

Bekannte Ferienorte sind Paralia und Leptokaria, wo sich größere Hotels angesiedelt haben. Urlauber finden aber an der ganzen Küste kleinere Orte, Tavernen und bewirtschaftete Strände. Werden diese in Katalogen und Prospekten oft als „goldene Sandstrände“ bezeichnet, ist das ein wenig geschwindelt: Nur allzu oft mischt sich Kies unter den Sand, und nicht alle Kieselsteine sind rund. Badelatschen gehören also unbedingt ins Reisegepäck. Aber die Strände sind flach abfallend und auch für kleinere Kinder geeignet.

Gut geeignet für Ausflüge

Die Olympische Riviera ist ein idealer Standpunkt für Ausflüge. Da ist zuerst einmal die quirlige Hauptstadt der Präfektur Pieria, Katerini, eine typisch griechische, aber geschichtslose Kleinstadt. Sie liegt nur sechs Kilometer von Paralia entfernt im Hinterland und wird von Urlaubern für ihren Bauernmarkt geliebt.

Ein paar Kilometer weiter können die sehenswerten Reste der antiken Stadt Dion mit Zeustempel und Isistempel besichtigt werden. Viel spektakulärer und auch leicht von der Küste zu erreichen ist das unterirdische Museum von Vergina mit dem Grab von Philipp II., König von Makedonien und Vater Alexanders des Großen.

Wesentlich strapaziöser, aber ein Renner unter den angebotenen Ausflügen ist die Fahrt zu den 150 Kilometer entfernten Meteora-Klöstern aus dem 14. Jahrhundert. Von den 24, in schwindelerregender Höhe auf Sandsteinfelsen errichteten Klöstern sind nur noch sechs bewohnt. Alle gehören zum Unesco-Weltkulturerbe.

Seit vier Jahren wartet der Olymp – schon längst Nationalpark sowie Unesco-Biosphärenreservat, darauf, als gemischte Kultur- und Naturerbestätte auf die Unesco-Liste zu gelangen. Da das Gebirge von attraktiven Wanderwegen durchzogen wird, ist es auch ein beliebtes Ausflugsgebiet. Doch die mehrtägigen Wanderprogramme, die von einigen Studien- und Aktivreiseveranstaltern angeboten werden, fallen oft in den Herbst. Dann hat sich die Olympische Riviera nach kurzer Saison von Ostern bis Anfang/Mitte Oktober schon in die Winter‧pause verabschiedet.
Horst Schwartz
Anzeige

Kommentar schreiben