Griechenland

Peloponnes: Burgen, Berge, Buchten

Wie ein gigantischer natürlicher Swimmingpool: die Voidokoilia-Badebucht

Eine erlebnisreiche Reise

Noch „typisch griechisch“: Kitries am Golf von Messinia / Fotos: ankarb/istockphoto; pj

Die Liste der klangvollen Namen, die an fernen Geschichtsunterricht erinnern, ist lang auf dem Peloponnes: Ob Olympia, Sparta, Mykene, Korinth oder Delphi – die Stätten der griechischen Antike sind omnipräsent. Doch hellenische Klassik wird man im städtischen Treiben von Kalamata kaum finden.

Die Relikte der antiken Stadtanlage von Messinia befinden sich wenige Kilometer außerhalb des Tourismuszentrums, das inmitten schier endloser Strände vor der massiven Kulisse des Taygetos-Gebirges liegt. Weil die Region jedoch in jeder Hinsicht viel zu bieten hat, kommen hier nicht mehr nur Kulturinteressierte an, um Nachhilfestunden in griechischer Geschichte zu absolvieren.

„Viele Erstbesucher sind erstaunt über die Vielfältigkeit, die der Peloponnes bietet“, sagt ein Hotel-Manager aus Nauplia. Die Halbinsel verfügt über ein großes Potenzial an Abwechslung: Burgen, Berge und Badebuchten konkurrieren mit den Zeugnissen der hellenischen Antike ebenso, wie mit traumhaften Wanderwegen in den entlegenen Hochgebirgen der Region.

Herbe Schönheit auf Mani

Fährt man beispielsweise vom Badeörtchen Kardamili im Golf von Messenien aus weiter zum Kap Tenaro an der Südspitze des Peloponnes, wird die zerklüftete Küste immer rauer und karger, bis plötzlich viereckige Steintürme am Horizont aufragen. Als hätte man eine unsichtbare Grenzlinie überquert, ist das bunte Strandleben einer herben und ursprünglichen Umgebung gewichen – willkommen auf der Mani, dem wirklich mythischen Teil des Peloponnes!
Kiesstrände und ein strenger Wind machen hier das Bad im Meer zu einer elementaren Erfahrung. Ganz anders im Südwesten, wo oberhalb der Hafenstadt Pylos die Voidokoilia-Beach halbkreisförmig und ruhig wie ein Swimmingpool idyllisch am Fuße eines Naturschutzgebietes liegt.

Wer von dort mit dem Mietwagen nach Nauplia im Nordwesten aufbricht, kann entweder die Autobahn durch die Inselmitte oder die zwar zeitraubende, jedoch landschaftlich reizvolle Route über Sparta und durch kurvenreiche Bergstraßen führende Verbindung zur Ostküste wählen.

Dort gelangt man zunächst zum weißen Strand von Plaka am Argolischen Golf und erreicht etwa zwei Autostunden später das romantische Nauplia vor einer felsigen Steilküste und der darauf thronenden Festungsanlage Palamidi. Für Halbtagestrips zu dem fast vollständig erhaltenen antiken Theater von Epidauros sowie zu den Ausgrabungen der Mykene-Hochkultur ist Nauplia ein idealer Ausgangsort.

Übrigens: Ob der Peloponnes nun eine „echte“ oder nur eine Halbinsel ist, die durch den schnurgeraden Kanal bei Korinth von der Landmasse des Balkans abgetrennt wird, ist müßig: Im Griechischen bedeutet der Name „Pelopsinsel“.
Peter Jaitner

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