Serbien

Serbien: Relaxte Atmosphäre

Donau-Promenade in Belgrad. Foto: mareandmare/istockphoto

Das Land präsentiert sich als entspanntes und preiswertes Reiseziel

Mit sechs Kilometern pro Stunde tuckert die Plivajuce Ostrvo, die „schwimmende Insel“, auf der Donau stromaufwärts. Am Ruder steht Alexsandar Circic, der Besitzer des selbstgebauten Bootes, von dem wir in mitgeführte Kanus steigen werden, um in einem Nebenarm des mächtigen Flusses zu einer Paddeltour zu starten. Hier in der Vojvodina, Serbiens nördlicher Provinz, passiert die Donau eine Landschaft flach wie ein Brett, die an die ungarische Tiefebene anschließt. Weiter westlich liegt der Nationalpark Fruska Gora (Frankenwald), wo die größten Lindenwälder Europas stehen und wo 16 von insgesamt 200 serbisch-orthodoxen Klöstern zum Verweilen in der Stille ihrer Abgeschiedenheit einladen.

Kyrillische und lateinische Schrift

Unser nächstes Ziel ist die Hauptstadt Belgrad. Die 1,5 Millionen Einwohner zählende Metropole am Zusammenfluss von Donau und Save macht einen sehr lebendigen Eindruck. In der Fußgängerzone Knez Milhailova, von Jugendstil-Fassaden ebenso flankiert wie von sozialistischer Einheitsarchitektur, herrscht eine relaxte Atmosphäre. „Die Leute sind offen, freundlich und nett“, erzählt Simonida Popov-Dihovicni, die schon seit vielen Jahren Besucher durch ihre „weiße Stadt“ führt, wie Belgrad übersetzt heißt.

Häufig sieht man Auslagen in Geschäften und Boutiquen in kyrillischer Schrift gekennzeichnet. Im Alltag wird aber auch die lateinische Schrift benutzt. Offizielle Landessprache ist serbokroatisch.
Eines der Highlights von Belgrad ist der Dom der Heiligen Sava, eines der größten, im neobyzantinischen Stil erbauten orthodoxen Gotteshäuser weltweit. Es bietet bis zu 10.000 Menschen Platz, als Vorbild diente den Baumeistern die Hagia Sophia in Istanbul.

Wassersportler kommen auf ihre Kosten

Als Binnenland hat Serbien, das übrigens als Nicht-EU-Mitglied zu den preisgünstigsten Reiseländern in Europa gehört, keinen Zugang zum Meer. Große Flüsse wie Donau, Morava oder Drina erlauben jedoch nahezu jede Wassersportart, Kajak- und Kanufahren ebenso wie Rafting und Canyoning. Schluchten wie die im Nationalpark Derdap im ‧Osten Serbiens sind großartige Naturkulissen.

Am „Eisernen Tor“ durchbricht die Donau die bis zu 800 Meter hohen Felsen der Südkarpaten. Aber wir lernen auch den gebirgigen Westen kennen mit seinen steilen Felshängen, wo es auf einer Fahrt mit der betagten Schmalspureisenbahn Sarganska Osmica durch 22 Tunnel geht. In Drevengard, einem durch den Filmregisseur Emir Kusturica bekannten Museumsdorf, serviert man uns Jagnjeca Kapama, schmackhaften Lammeintopf, und traditionellen Kajmak, leicht gesalzenen Rahm.

Das bekannteste Getränk Serbiens kommt bei uns als Sliwowitz, in Serbien selbst allerdings als Rakija auf den Tisch. Den Obstbrand erhalten Gäste in allen Kneipen und Restaurants in den Varianten Pflaume oder Aprikose. Na dann Ziveli – ein Prost auf Serbien!

Infos zum Reiseland Serbien gibt es im Internet unter www.serbia.travel.

Von Andreas Jacobsen
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