Spanien

Spanische Pyrenäen: Action auf dem Nullmeridian

Canyons unweit von Sobrarbe

Canyons unweit von Sobrarbe. Foto: Vicenfoto/istockphoto

Die Zona Zero ist ein Paradies für Outdoor-Fans

Ainsa gehört zu den schönsten Dörfern Spaniens

Ainsa gehört zu den schönsten Dörfern Spaniens. Foto: Perszing 1982

Erblühte Natur: Ginster in den Pyrenäen

Erblühte Natur: Ginster in den Pyrenäen. Foto: ras

Dass der Nullmeridian durch den Londoner Stadtteil Greenwich führt, ist allgemein bekannt. Nur wenigen ist jedoch bewusst, dass der Längengrad auch durch Spanien verläuft, und zwar durch die zu Aragon gehörende Region Sobrarbe in den Pyrenäen. Sie liegt direkt an der Grenze zu Frankreich.
Folgerichtig heißt eine Mountainbike-Region hier „Zona Zero“. Unter diesem Namen hat Rafael Bergua mit zwei Freunden vor einigen Jahren ein Projekt gestartet, das diesen Landstrich auf der Landkarte der Mountainbike-Fans verankern soll. Mittlerweile gibt es 20 gut ausgeschilderte Routen, die es auf etwa 1.000 Kilometer Strecke bringen. 400 Kilometer davon sind so genannte Singletrails, schmale Wege, für die ein gewisses Fahrkönnen Voraussetzung ist.

Zona Zero vermindert Landflucht

Die Wege orientieren sich an den alten Verbindungspfaden zwischen den Dörfern der Region, die von der Unesco wegen der geologischen Beschaffenheit zum Geopark geadelt wurden. Infolge der Landflucht wucherten die Wege immer mehr zu. Mit Hilfe von Berguas Projekt wurden sie quasi reanimiert.

Und so führen die Rad- und Wanderstrecken teils vorbei an kleinen Höfen und halb bis ganz verlassenen Dörfern, von denen das sehenswerteste Morcat ist. Der Weiler thront auf einem Berg, weithin sichtbar ist die verfallene Kirche, die man auch heute noch betreten kann.

Entlang der abwechslungsreichen und wenig befahrenen Wege können sich die Radfahrer an der Natur sattsehen: tiefgelbe Ginsterfelder vor Hochgebirgspanoramen, zarte und schroffe Felsformationen, Steineichen, duftende Pinien, Almen und dichte Wälder, Flüsse und Stauseen lösen sich ab.
Doch Profis – denn auch die radeln hier – werden für die Schönheit der Landschaft keinen Blick übrig haben, vor allem nicht vom 20. bis 23. September. Dann wird hier ein Rennen der Mountainbike-Meisterschaft „Enduro World Series“ ausgetragen.

Die Profi-Radfahrer und auch die meisten anderen Radler und Wanderer starten in Ainsa. Die Hauptstadt des Landkreises liegt rund drei Stunden nördlich von Barcelona am Zusammenfluss der Flüsse Cinca und Ara und bietet eine perfekte Infrastruktur für Outdoor-Liebhaber.

Rund 2.000 Einwohner zählt der Ort, der sich in eine gesichtslose Unter- und eine sehenswerte, autofreie Oberstadt teilt. Das perfekt erhaltene mittelalterliche Stadtbild, das von einer fast vollständig erhaltenen Burganlage begrenzt wird, besteht aus schmalen Gassen und endet am großen Hauptplatz Plaza Mayor, an dem am 1. September das Mittelalterfest La Morisma gefeiert wird. Es findet alle zwei Jahre statt.

Liebenswert und günstig übernachten und essen kann man direkt in Ainsa, Luxus gibt es im Fünf-Sterne-Hotel Barcelo Monasterio de Boltana außerhalb der Stadt. Rund eine Stunde von Ainsa entfernt liegt am Fuße des Unesco-Welt‧erbes Ordesa y Monte Perdido in einer Einbahnstraße, die vor den mächtigen Pyrenäen-Höhenzügen endet, der Parador de Bielsa. Mit etwas Glück kann man hier Murmeltiere beobachten.

Viele Outdoor-Möglichkeiten

Die Region im Norden Spaniens, fernab der Strände und der Küsten, können Urlauber noch auf weiteren Wegen erkunden: beim Canyoning und auf Klettersteigen, bei Höhlenbesichtigungen, im Raft, Kanu oder Kajak.

Letztere eignen sich gut, um den türkisblauen Mediano-Stausee zu befahren. Aus ihm ragt noch der Kirchturm des Dorfes, das dem See einst zum Opfer fiel.

Sylvia Raschke


Mehr Infos über die Region
www.zonazeropirineos.com
www.lamorisma.com
Auf dieser Website können verschiedene deutschsprachige Broschüren heruntergeladen werden: www.turismodearagon.com/de

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