Spanien

Erholung am Ende der Welt

Als das schönste Hotel der Insel gilt der Parador El Hierro

El Hierro: Die Kanareninsel ist alles, nur nicht rückständig

Der Ausblick von Manriques Mirador zeigt das Golfo-Tal. Auf einer Landzunge liegt das Hotel Punta Grande

Blick über einen Talkessel nach La Gomera und im Hintergrund zum Teide auf Teneriffa. Fotos: ras

Cesar Manrique wird normalerweise nur mit Lanzarote in Verbindung gebracht. Doch der spanische Künstler hat auch im Nordwesten El Hierros einen schönen Aussichtspunkt geschaffen.
Vom Mirador de la Pena aus sieht der Urlauber beim Blick auf das fruchtbare Golfo-Tal fast alles, was die kleinste und westlichste Insel der Kanaren ausmacht: zerklüftete Berghänge, Täler, Ebenen, Steilküste und Charcos. So heißen die Meerwasserschwimmbäder, die in das Vulkangestein geschlagen wurden. In den mit Badeleitern und Duschen ausgestatteten Anlagen ist der Eintritt kostenfrei.

Erste Insel weltweit mit freiem W-Lan

Sandstrände gibt es keine auf El Hierro. Aber das ist auch das Einzige, was hier fehlt. Die Insel galt bis ins 19. Jahrhundert hinein als das Ende der Welt – der westliche Zipfel am Leuchtturm wurde für den Nullmeridian festgelegt. El Hierro ist zwar die abgeschiedenste der Kanarischen Inseln, doch keinesfalls rückständig.

Schon im Jahr 2000 hat die Unesco El Hierro zum Biosphärenreservat ernannt, die Meeresschutzzone gibt es seit 1996. Das Eiland war die erste Insel weltweit, auf der es freies W-Lan gab. Derzeit findet man 26 kostenlose Hot Spots – auch am Leuchtturm. Und die Elektrizität wird vollständig aus sechs Windgeneratoren erzeugt, daher darf man sich mit dem Unesco-Titel Geopark schmücken. Kostenfreie Tankstellen für Elektroautos gibt es auch, darunter eine an Manriques Mirador.

Die meisten Gäste kommen zum Wandern auf die Insel, die mit der Fähre aus Teneriffa-Süd sowie per Flugzeug aus Teneriffa und Gran Canaria erreichbar ist. Aus rund 300 Kilometern Wanderwegen, die auch auf Deutsch gut ausgeschildert sind, können sich die Urlauber ihre Tour nach Gusto zusammenstellen.

Etwa durch einen Wald mit kanarischen Kiefern mit Sicht auf die Nachbarinseln bis zum Teide oder auch zum 1.503 Meter hohen Malpaso. Am höchsten Berg der Insel grüßt eine Friedenstaube – eine Erinnerung daran, dass die Insulaner gegen den Regierungsplan protestiert haben, hier eine Militärstation zu errichten.

In der Nähe des Malpaso-Gipfels steht die Kapelle der Virgen de los Reyes. Alle vier Jahre wird die Schutzheilige der Insel bei der Bajada von hier bis zur Kirche Santa Maria de la Concepcion getragen, wo sie einen Monat bleibt. Entlang der 28 Kilometer langen Strecke der Prozession, die das nächste Mal am 3. Juli 2021 stattfindet, wird gefeiert. Sonst geht es auf El Hierro gemächlich zu.

Im Süden wird getaucht

Neben Wandern sind Segelfliegen und Tauchen bei Urlauber beliebt. Das Tauchrevier liegt ganz im Süden bei La Restinga, gesichtslos das Städtchen, sehr interessant jedoch die Unterwasserwelt. Fan Diving El Hierro wird von zwei Deutschen geleitet – zwei von vielen, die hierher kamen, nachdem ihnen die Nachbarinsel La Gomera zu touristisch geworden war.

Sehenswert sind in der Nähe von La Restinga der Parque Cultural El Julan mit den Höhlenwohnungen und Petroglyphen, das Vulkanmuseum und das Denkmal am Nullmeridian.

Um in alle Ecken der nur knapp 270 Quadratkilometer großen Insel vorzudringen, sollte man sich einen Mietwagen nehmen. Auf diese Weise erreicht man auch das schönste Hotel der Insel, den Parador auf der Ostseite, sowie die ungewöhnlichste Unterkunft, das Punta Grande im Golfo-Tal. Dieses ist laut Guinnessbuch der Rekorde nicht nur das weltweit kleinste Hotel (vier Zimmer), sondern liegt auch sehr einsam: Direkte Nachbarn gibt es nicht.

Weitere Informationen zu El Hierro gibt die Vertretung in Deutschland. Antje Groch ist telefonisch unter 01 76 / 61 69 21 89 und per E-Mail an antjegroch(at)spainb2b.de zu erreichen. Die Internet-Seite des Tourist Boards ist unter www.elhierro.travel zu finden.

Sylvia Raschke
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