Seychellen

Zurück zur Natur

16 Villen verstecken sich in der tropischen Vegetation von Fregate Island.

Luxus trifft Ökologie auf Fregate Island Private

Mit dem inseleigenen Fischer Ton Milo kann man hinausfahren und sich das Abendessen selbst fangen. Fotos: cd

Von der Terrasse der Villa geht der Blick über den Indischen Ozean bis zum Horizont, wo die Nachbarinseln La Digue und Praslin in der Morgensonne leuchten. Es ist Zeit, den Tag mit einem Bad im Privat-Pool zu beginnen, bis Tilak, der persönliche Butler, das Frühstück bringt: ein Arrangement exotischer Früchte. Alles, was liebevoll auf dem Teller angerichtet ist, stammt von der Insel. Genug köstliches Obst, um dem Bronzeaugengecko einen Imbiss übrig zu lassen. Zwergbanane mag er am liebsten.

Nur gut drei Quadratkilometer misst Fregate Island, das den Zusatz „Private“ zu Recht trägt. Die Insel ist ein Hotel, aber keines im herkömmlichen Sinn. Das Haupthaus mit Bar, Bibliothek und Boutique sowie einem Restaurant schmiegt sich an einen dicht bewachsenen Hang. Die Gäste wohnen nicht hier, sondern in verstreuten Anwesen in gediegenem Kolonialstil. Natürlich träumt man im Himmelbett, relaxt im Salon mit den gediegenen dunklen Holzmöbeln. Jedes Haus hat einen eigenen großzügigen Pool. Dazu eine weitläufige Terrasse mit schattigem Pavillon und Whirlpool. 16 solcher Villen und eine „Presidential Villa“ verstecken sich in der tropischen Vegetation. Maximal fünfzig Gäste können zur selben Zeit hier unterkommen. Auf jeden Urlauber kommen drei dienstbare Geister, die dafür sorgen, dass kein Wunsch unerfüllt bleibt.

„Anything, anytime, anywhere“, lautet das Motto dieser Robinsonade der gehobenen Art. Wer will, kann in einem Baumhaus in siebzehn Metern Höhe zwischen gigantischen Luftwurzeln frühstücken. Der Butler geht auf der kunstvoll in den Baumriesen hinein gebauten Treppe voraus. Champagner, Kaffee und zig Köstlichkeiten zieht er an einem Flaschenzug in die Höhe. Am Nachmittag wird der High Tea, wenn gewünscht, auf einer Bergkuppe mit Panoramablick serviert. Dann bleibt noch Zeit, um das Schild „Beach in Use“ aufzuhängen, um die Bucht Anse Macquereau zum Sonnenuntergang für sich alleine zu haben – wie Bill Gates, Claudia Schiffer oder Pierre Brosnan schon. Auch Michael Douglas, Liz Hurley und Julia Roberts sollen hier gewesen sein.

Fregate Island Private war nicht immer ein Garten Eden. Kokospalmen und Zimtpflanzen einer Plantage dominierten einst in Monokultur die Flora und ließen von der ursprünglichen Natur fast nichts mehr übrig. Dann wurde das Eiland von einem Deutschen auf neunundneunzig Jahre gepachtet und wieder ins Paradies zurückverwandelt. Tausende endemischer Büsche und Bäume wurden neu gesetzt. Die Zahl der Aldabra-Riesenschildkröten hat sich seither mehr als verdreifacht. Rund zweitausend der Kolosse sind auf Frégate unterwegs. Der fast ausgestorbene Seychelles Magpie Robin, einer der seltensten Vögel der Welt, hat seine Population hier innerhalb von zwei Jahrzehnten vervierfacht.

Tourismus und Naturschutz gehen eine perfekte Symbiose ein. Für jeden Gast, der ankommt, werden zwei Bäume gepflanzt. Gemüse und Obst kommen aus eigenen Gärten und Gewächshäusern. Fische und Meeresfrüchte zuhauf bietet der Ozean. Sieben Strände locken mit weißem Sand und grelltürkisem lauwarmen Wasser. Mit dem inseleigenen Fischer Ton Milo kann man hinausfahren und sich das Abendessen selbst fangen. Und natürlich schaut man vor dem Zubettgehen noch einmal, wie es dem Bronzeaugengecko geht und schält ihm eine Banane als Nachtessen. Hätte Robinson für seinen Freitag ja auch getan.
Claudia Diemar

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