Malediven

Soneva Fushi: Es war einmal…

Bietet einen sehr ursprünglichen Charme: Bungalow Crusoe 28

Nach 23 Jahren zurück auf der Luxusinsel – was hat sich seit der Eröffnung verändert?

Sonu Shivdasani gründete die Hotelkette Soneva. Fotos: jm; Richard Waite

Es war einmal … So fangen Märchen an. Oder Erfolgsgeschichten. Auch Liebesgeschichten. Oder alles auf einmal … Fangen wir deshalb bei Sonu Shivdasani an, Brite mit indischen Wurzeln, Oxford-Abschluss in englischer Literatur, lebt seit 1995 auf der maledivischen Insel Soneva Fushi mit seiner schwedischen Frau Eva – „ungefähr die Hälfte des Jahres“, wie Sonu sagt.
Er gründete zusammen mit Eva, als Kreative fürs Design zuständig, das Resort Soneva Fushi auf den Malediven und auch die international aufgestellten Resort-Gruppen Six Senses und Evason. 2012 wurden sie Sonu zu groß. Er verkaufte, „sonst wäre der Fokus auf Soneva verloren gegangen“.

Es war einmal … Ein herrlicher Tag im Jahr 1995. Ein betagter russischer Militärhubschrauber landet auf Soneva Fushi. Mr. Friday, so hießen die Butler schon damals, bringt einen in eine der wunderbaren Duplex-Villen, jede kaum von außen sichtbar, jede mit eigenem Strandzugang, jede luxuriös ausgestattet. Davor schneeweißer Sand und dieses so unwirklich türkisblaue Meer.

Die Philosophie hieß schon damals: „barefoot luxury“. Luxus, aber locker. Das war neu damals. Helmut Kohl war schließlich noch Bundeskanzler und erst 1972 wurden überhaupt die ersten Touristen auf den Malediven gesichtet. Heute gibt es 130 Resorts auf den 1.192 Inseln und mit 60 modernen Twin Otter die größte Wasserflugzeugflotte der Welt. Der Staat war restriktiv – und ist es bis heute: Staatsreligion ist der Islam, wer diesem nicht angehört, dem wird die Staatsbürgerschaft entzogen. Die öffentliche Religionsausübung jeder anderen Religion wird strafrechtlich verfolgt.

Es war einmal … „Ja, wir haben Luxus neu definiert, hatten das erste Spa und die ersten Überwasservillen der Malediven und wir waren auch die ersten, die weiblichen maledivischen Angestellten Arbeit boten“, sagt der 53-Jährige 2018 in Bermudashorts, barfuß, mit leicht ergrauten Haaren.

1995 waren die Duplex-Villen der Hammer und gehörten weltweit zum Besten. Heute werden ihre Nachfolger als Robinson-Crusoe-Bungalows als eine der günstigen Kategorien angeboten. Crusoe Nummer 28 mit kleinem Privatpool oder Crusoe Nummer 25 ohne Pool vermitteln das Robinson-Gefühl noch am besten.

2018 stehen Villen auf der Insel, die an lässigem Luxus schwer zu überbieten, aber auch anonymer sind, weniger authentisch, viel teurer. „Heute verkaufen wir Erfahrungen und Einmaligkeit“, sagt Sonu, „Luxus gibt es ja überall.“ Erfahrungen, das sind eine Nacht auf der vor‧‧‧‧‧‧‧gelagerten Sandbank, ein Glasbläserkurs oder auch das Schiebedach über dem Bett der neuen Soneva-Jani-Wasservillen.

Es war einmal … die Öko-Idee: Intelligent und respektvoll der Umwelt gegenüber sein. Was 1995 nur spürbar war, lässt sich jetzt in Fakten belegen: Pro Jahr werden 1,2 Millionen Plastikflaschen eingespart, weil man das Trinkwasser selbst durch eine Mehrwasserentsalzungsanlage gewinnt. Insgesamt erzeugt das Waste-to-Wealth-Prinzip – frei übersetzt: Müll zu Geld machen – einen Gegenwert von 265.000 US-Dollar pro Jahr, da 90 Prozent des Abfalls recycelt werden. Und noch wichtiger vielleicht: „Wir haben keine Angestellten. Wir haben 400 Gastgeber“, sagt Sonu. Zu 80 Prozent Malediver, was bedeutet, dass damit nun auch 320 maledivische Familien versorgt werden.

Jochen Müssig

Die Luxuskette Soneva
Zu Soneva gehören derzeit auf den Malediven Soneva Fushi, Soneva Jani, Soneva in Aqua, ein kleines Luxusschiff, sowie Soneva Kiri in Thailand. Zwei neue Luxus-Resorts sollen auf den Malediven hinzukommen (2019 und 2020) sowie ein weiteres 2021, entweder auf Ibiza, Bali, in Oman oder in Japan.

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