Dominikanische Republik

Schöne neue Luxuswelt

Im Südosten der Dom Rep erblüht eine Luxuswelt: Cap Cana.

Im Südosten der Dom Rep erblüht eine Luxuswelt: Cap Cana.

Dominikanische Republik: Zwecks Image-Politur lässt sich das Karibik-Ziel weiter bebauen

All-inclusive-Tempel: Riu Palace in Punta Cana.

All-inclusive-Tempel: Riu Palace in Punta Cana.

Die Halbinsel Samana ist noch kein Ziel für die Massen.

Die Halbinsel Samana ist noch kein Ziel für die Massen. Fotos: TUI, pa

Im Riu Palace Punta Cana geht der All-inclusive-Service mit den Gästen sogar baden. Die Pool-Bar ist ins Becken integriert, bis zum Bauchnabel kann man hier im badewannenwarmen Wasser stehen und zwischen karibischen Cocktails wählen. Aus den Lautsprechern plätschert Merengue herüber, ein Animateur mit Piratenkopftuch tanzt einer Damenschar die Schritte vor. Auch am Strand von Punta Cana, Ferienmekka im Südosten der Dominikanischen Republik, wird für den Fun-Faktor alles gegeben. Vom Himmel fallen Springer mit sonnengelben Schirmen, auf dem Wasser kreuzen Katamarane und lärmige Speed-Boote, Gummiringe mit Touristen im Schlepptau. Erst im vergangenen Jahr hat das Riu Palace seine Pforten geöffnet, ein cremefarbener Komplex in U-Form mit Zugang zum Meer. Schönere Strände als in Punta Cana gebe es nirgendwo, schwärmt Petra Cruz vom Fremdenverkehrsamt der Dominikanischen Republik in Frankfurt. Und in der Tat ist der Sand hier so fein, dass er klebrig ist. Smaragdgrün funkelt das Meer, stattliche Palmen wedeln im Wind. Auf den Wellen weiter draußen dümpelt ein rostiges Schiff. Wenn man der Fantasie freien Lauf lässt, könnte man denken, es sei ein Piratenschiff, requisites Überbleibsel vom Dreh der Kinotrilogie „Fluch der Karibik“. Aber das kann nicht sein, die Filme wurden auf Mini-Inseln nördlich von Grenada aufgenommen. Ob der Tourismus Fluch oder Segen ist - diese Frage stellt sich für die Dominikanische Republik besonders laut. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Destination als preisbrecherische All-inclusive-Enklave im Markt Bahn gebrochen hat. Freilich bietet das Land auch perfekte Bedingungen für Badeurlaub. „Das Schönste, was das menschliche Auge je gesehen hat“, soll Kolumbus über Hispaniola gesagt haben. Er gilt als Entdecker der zweitgrößten Karibik-Insel, auf der auch Haiti liegt. Leider kokettiert die Dominikanische gerne mit ihrer Schönheit, was ausländische Investoren anlockt wie die Fliegen. Es wird wie wild gebaut im Paradies. Nur luxuriöser als anfangs. Neben Puerto Plata und Punta Cana will sich Samana als Ferienzentrum etablieren. Die Halbinsel verfügt über einen neuen Flughafen und 3.000 Zimmer - ein Klacks, wenn man die Gesamtzahl von 63.000 Hotelzimmern nimmt. Die Hälfte davon vereinigen die Resorts in Punta Cana auf sich, während für Samana kleinere Hotels typisch sind. Golfplätze und Yachthäfen runden das Bild ab, das für den neuen Tourismus der Dom Rep stehen soll: für Urlaub mit Niveau, Schwerpunkt AI. „Wir haben nie gesagt, dass All-inclusive von hier verschwinden soll“, stellt Vizetourismusministerin Magaly Toribio klar. „Ziel ist ein breiteres Angebot.“ Golfspieler sind bessere Geldkühe als Ballermänner, so die Erkenntnis der Branche. 370 Zimmer, Mega-Spa, Yachthafen und ein 18-Loch-Golfplatz - das sind die Eckdaten des Westin Roco Ki Beach und Golf Resorts, das im Herbst gestartet ist. Four Seasons will noch höher hinaus und in Casa de Campo bis Ende 2009 das luxuriöseste Strandhotel des Landes errichten. Und dann ist da noch Cap Cana (www.capcana.com), das mit 120 Quadratkilometern größte Tourismusprojekt der Karibik. Ritz-Carlton ist mit einem 220-Zimmer-Hotel beteiligt, und das spanische Unternehmen Altabella markiert mit dem Sanctuary Hotel und Spa seinen Markteintritt. Auch US-Milliardär Donald Trump hat seine Finger im Spiel. Er erwarb ein Großteil des Geländes im Südosten der Republik, um es dann portioniert weiterzuverticken. Bis 2014 soll die schöne neue Welt fertig sein: fünf Hotels, 5.500 Apartments, Marina und drei Golfplätze.
Pilar Aschenbach

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