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Magerkost für die Karibik

Von der Messe direkt an den Strand: Im Hotel Atlantis Paradise in Nassau fand der Caribbean Marketplace 2008 statt.

Von der Messe direkt an den Strand: Im Hotel Atlantis Paradise in Nassau fand der Caribbean Marketplace 2008 statt.

Caribbean Marketplace 2008: Sind die fetten Jahre für die Destination vorbei?

Eröffnungsfeier des Caribbean Marketplace 2008 auf den Bahamas.

Eröffnungsfeier des Caribbean Marketplace 2008 auf den Bahamas. Fotos: bk

In der Karibik sind noch Liegestühle frei. Während Konkurrenten wie Lateinamerika, Südostasien und die Pazifik-Inseln im Tourismus weiter deutlich zulegen, schwächeln die erfolgsverwöhnten West Indies. Das gab reichlich Diskussionsstoff auf dem Caribbean Marketplace in Nassau auf den Bahamas, zumal auch große Unzufriedenheit über hohe Preise und unzureichende Kapazitäten auf dem regionalen Flugmarkt zwischen den Inseln herrscht. Insgesamt legten die Touristenankünfte in der Karibik im vergangenen Jahr nach Einschätzung der Caribbean Hotel Associaton (CHA) um etwa ein Prozent zu. Dadurch stieg die Zahl der Übernachtungsgäste auf etwa 23,7 Millionen. Die World Tourism Organization (WTO) registrierte für 2007 dagegen sogar ein kleines Minus. Da schrillen die Alarmglocken bei Inselregierungen und Hoteliers. Wichtige Gründe, dass Robinson-Crusoe-Feeling, Reggae und Rumpunsch derzeit nicht stärker gefragt sind: die günstigen Preise der Konkurrenzregionen und die nachlassende Karibik-Nachfrage in den USA. Auch wenn die Aussichten auf die nächsten Monate vor allem wegen der US-Konjunktur nicht allzu rosig sind – CHA-Generaldirektor Alec Sanguinetti sieht auch Positives: „Das Interesse der Hotelinvestoren ist weiter groß. Und der Marketplace hat mehr Geschäftsbesprechungen als je zuvor.“ Die über 1.400 Karibik-Anbieter und -Einkäufer aus gut 30 Ländern brachten laut Sanguinetti „wie im Vorjahr Verträge im Wert von 300 bis 400 Millionen US Dollar unter Dach und Fach“. Hotelunternehmen wie Ritz-Carlton, Choice International, Starwood, Sandals und Almond berichteten von neuen Projekten, Erweiterung und Modernisierung auf zahlreichen Inseln. Die Zahl der Zimmer in der Karibik erhöhte sich seit 2004 um etwa 30.000 auf 325.000. „Die Einnahmen aus dem Tourismus steigen auf etlichen Inseln trotz stagnierender Gästezahlen. Wir sollten nicht nur auf die Einreisestatistiken schauen“, betonte Vincent Vanderpool-Wallace, Generalsekretär der Caribbean Tourism Organization (CTO), auf der Karibik-Messe. Grund sei die steigende Nachfrage nach höherwertigen Reisen und Feriendomizilen, vor allem in Europa. Das bestätigen deutsche Reiseunternehmen. Thomas Herzog, Direktor des Bahamas Tourist Office in Frankfurt, berichtet von einem allmählich steigenden Interesse an den Bahamas, dem Gastgeber des Caribbean Marketplace 2008. Rückenwind könnten bessere Flugverbindungen ab Deutschland geben. Holger Koch, LTU Vice President Longhaul Sales, sagte in Nassau, denkbar sei ein Flug nach Freeport mit guter Verbindung nach Nassau ab kommenden Winter. Unter der Voraussetzung, dass genügend Veranstalter mitziehen und die Konditionen der Bahamas-Hotels stimmen. Andreas Janik von TUI und Airtours macht eine Programmerweiterung wiederum davon abhängig, dass „die Zimmerpreise auf den europäischen Markt ausgerichtet sind, nicht auf die USA“.

Bernd Kubisch

 

Karibik-Bilanz 2007
Klein, aber fein: Zwerge wie Anguilla, Aruba, Bonaire und Curacao machten mit kräftigem Gästezuwachs 2007 die Großen neidisch. Kuba, Dominikanische Republik, Puerto Rico, Bahamas sind nur verhalten zufrieden.
Immerhin macht der lange geschrumpfte deutsche Markt bei manchen Hoffnung. Kubas Fremdenverkehrsamt in Frankfurt berichtet von mindestens acht Prozent Wachstum der Gästeankünfte im Jahr 2007 aus Alemania.

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