Dominica

Karibik mit Kariben

Kinder in Salybia, dem Hauptdorf der karibischen Ureinwohner. Foto: bk

Dominica: Schwarzer Sand, grüne Gipfel und die letzten Ureinwohner

Die kleine Antilleninsel Dominica lockt mit ursprünglicher Natur und historischen Attraktionen. „Unsere Vorfahren waren lange vor Kolumbus hier, sie kamen mit ihren Einbaumbooten aus Südamerika“, sagt Charles Williams, Chief der Kariben. In seinem Carib Guest House sind Touristen willkommen. Kalinago Barana Aute, das Kulturdorf der Ureinwohner, öffnete vor drei Jahren an der Ostküste der Insel, die zwischen Martinique und Guadeloupe liegt. Frauen, die Körbe flechten und Hütten mit Naturfaserdach geben Einblick in Geschichte und Sitten der ersten Bewohner der Inseln.

Eine davon ist Richelle Sanford. Sie zupft ein Blatt vom Baum. „Mein Volk hat schon vor 2.000 Jahren Blätter und Kräuter gegen Rheuma, Gliederschmerzen und andere Übel benutzt“, sagt die junge Frau, eine von etwa 3.500 Ureinwohnern. „Unser Name ist Kalinago. Kariben ist ein europäisches Wort.“ Tags arbeitet Sanford, die braune Haut und echte, lange schwarze Haare hat, als Reise- und Seilbahnführerin eine Autostunde von ihrem Dorf entfernt.

Die Seilbahn hinauf in die Berge ist bei Urlaubern beliebt, der Blick aus der Gondel ist für Schwindelfreie atemberaubend: Fast 100 Meter tiefer in der Schlucht schäumen fünf kleine Wasserfälle und vereinen sich zwischen Bromelien, Riesenfarnen und Dschungelpalmen mit dem Breakfast River. Ein Spaziergang von der nächsten Station der Seilbahn, Aerial Tram genannt, führt über eine leicht schaukelnde Hängebrücke. Unter ihr liegen Schlucht, Wasser und dicht gedrängt die Bäume des Regenwalds.

Gut 360 Flüsse, viele Wasserfälle, schwefelhaltige Tümpel, Heiß- und Kaltwasserquellen hat die Insel, die 1978 von Großbritannien in die Unabhängigkeit entlassen wurde. In vielen Anlagen gurgeln Bäche durch tropische Gärten, füllen künstliche und natürliche Pools. Das Hotel Papillote hat einen eigenen Wasserfall, der sich von einem Felsen stürzt. Im Shangri-La dampfen Schlamm, ein Geysir und eine Höhle mit kochendem Wasser. Das ist die Stärke Dominicas: Kaum Zersiedlung, unberührter Regenwald und geschützte Naturreservate. Der Nationalpark Morne Trois Pitons mit Lavakuppeln und kleinen Seen ist seit 1997 Unesco-Weltnaturerbe.

Das Fort Young Hotel in der Hauptstadt Roseau zählt mit 72 Zimmern zu den großen Häusern, immerhin zwölf Räume bietet das Tamarind Tree bei Salisbury. Besitzer des Ökohotels ist Stefan Lörner aus dem Raum Gießen. Zum Frühstück bereitet er Tamarindensaft, Kokosnüsse, Zimtäpfel und Mangosaft zu. „Alles aus dem eigenen Garten“, sagt er. Er schaut aufs Meer, auf Pelikane und Kolibris zwischen Hibiskusblüten. Die Strände sind sauber, eher klein und oft vulkanischen Ursprungs. Dominica bietet auch gute Tauchgründe, die besten an der windgeschützten Westküste.
Bernd Kubisch

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