Dominikanische Republik

Las Terrenas: Multikulti unter Palmen

Häuserzeile in Las Terrenas. Foto: Klemen1977 / istockphoto

In dem Städtchen setzt man auf authentisches karibisches Lebensgefühl

Strand im Norden der Dominikanischen Republik. Foto: mc

Lieder locken Reisende: „Island in the Sun, it’s waiting there for you“. Rund 265.000 Bundesbürger ließen die Dominikanische Republik 2017 nicht lange warten. Wie dieses Jahr abschließen wird, ist noch nicht klar. Auf jeden Fall arbeitet das Land gegenwärtig an einem verbreiterten Portfolio jenseits von All-inclusive, Strand und Sonne, um dem Tourismus auch abseits des bekannten Hotspots Punta Cana eine Chance zu geben.

Deutsche Arztserie auf Samana

Die zitierte Liedzeile stammt aus dem Titelsong der Arztserie „Klinik unter Palmen“. Ende der 90er Jahre filmte die Crew um Schauspiellegende Klausjürgen Wussow an den Stränden von Las Terrenas auf der Halbinsel Samana. Das Fernsehteam wusste, wo es am schönsten ist und sich die Karibik wie im Bilderbuch präsentiert: Playa Coson und Playa Bonita heißen zwei der Traumstrände, die Las Terrenas umsäumen.
In den vergangenen 20 Jahren hat sich hier viel getan. Das ursprüngliche Fischerdorf zog erst Individualtouristen und Aussteiger an. Einige gründeten kleine Gastronomiebetriebe, die heute für ein lebhaftes, multikulturelles Mischmasch sorgen.

Im Ort selbst entstanden chillige Unterkünfte. Eine kurze Taxifahrt oder einen langen Fußmarsch entfernt wurden Resorts für unterschiedliche Geldbeutel gebaut, immer nach der Devise, kein Haus höher als die Palmen. Beliebtestes Haus bei deutschen Gästen ist das Fünf-Sterne-Resort Grand Bahia Principe El Portillo direkt am Strand.

Vorbei sind zwar die Zeiten, als man kaum Verkehr in Las Terrenas kannte. Aber deutsche Klöße, tschechisches Bierhaus, echte italienische Pizzeria, feine französische Bäckerei und Konditorei oder entspannte spanische Chill-out-Lounge – sie alle verleihen dem Ort ein buntes Multikulti-Image. Weil die Besitzer ihr eigenes Ding durchziehen, während gleichzeitig der beschauliche, karibische Charme nicht verloren ging. In Las Terrenas lebt man nicht in einer abgeschotteten Touristenwelt, sondern mitten unter Einheimischen. Das garantiert authentische Begegnungen mit landestypischer Kultur.

Alltag unverfälscht dominikanisch

Im Dorfkern, nur wenige Hundert Meter von den Filetstücken am Strand entfernt, läuft der Alltag noch immer unverfälscht dominikanisch ab. Obsthändler verkaufen Orangen, Papayas und Bananen für wenig Geld direkt von der Ladefläche ihrer Pick-ups, Fischer tragen ihren Fang nach Hause und zwischen Häusern und Hütten wuchern wilde Kürbisse und picken Hühner. Aus den kleinen Colmados, den unverwechselbaren Tante-Emma-Läden, dringen karibische Klänge.

Je länger man an Stränden entlangspaziert – an den entlegenen Stellen begegnet man nur wenigen Menschen – verblassen die Zivilisationsgeräusche zunehmend und das Rauschen der Palmen und der Wellen gewinnt die Oberhand. Und eine Erkenntnis: Die Zeit ist an Las Terrenas zwar nicht spurlos vorübergegangen. Und doch hat man mitunter das Gefühl, als stünde sie hier still.

Martin Cyris
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