Mo 20.11.17

Peru: Wilde Täler


Auch der Süden des Landes ist eine Reise wert


Grandioser Blick: Aussichtspunkt „Kreuz des Kondors“ hoch über dem Colca-Canyon

Grandioser Blick: Aussichtspunkt „Kreuz des Kondors“ hoch über dem Colca-Canyon

Klasse Stützpunkt im Colca-Tal nahe Chivay: das Hotel Aranwa. Fotos: ad

Klasse Stützpunkt im Colca-Tal nahe Chivay: das Hotel Aranwa. Fotos: ad

Es sind wilde, prägnante Einschnitte im Süden Perus: die Täler Colca und Majes sind beide in wenigen Stunden Fahrzeit ab der Kolonialstadt Arequipa erreichbar. Jedes Flusstal zieht auf eigene Art in den Bann.

Allein die Anfahrt ins Colca-Tal raubt den Atem, ganz wörtlich genommen. Die Straße durch die Berge erreicht am „Anden-Aussichtspunkt“, Mirador de los Andes, knapp 5.000 Meter. Die Luft ist dünn und glasklar, das Panorama fantastisch. Wie im Breitwandformat reihen sich in der Ferne eisgekrönte Vulkane auf, darunter der Chachani, Ambato und Misti. Kakteen- und büschelbesetzte Weiten, klirrkalte Seen und Herden aus Vikunjas zählen zu den weiteren Eindrücken unterwegs.

Einstiegspunkt ins Tal des Colca ist das Städtchen Chivay, wo kleine Restaurants Alpaka-Steaks und Forellen auftischen; etwas außerhalb liegt ein gepflegter Thermalkomplex. In Chivay führt ab der Brücke ein Kurzaufstieg zu einem Wachturm der Inka, die im 15. Jahrhundert die Gegend unterwarfen. Traumquartier in der Nähe von Chivay ist das Hotel Aranwa, konzipiert in Form eines Weilers, gleich am Fluss gelegen.

Greifvögel zum Greifen nah
Patchworks aus Feldbauterrassen prägen das ColcaTal, das sich weiter westwärts zu einem der tiefsten Canyons der Welt verengt. Gewaltige Felsabstürze lösen die fruchtbaren Weiten ab, im Stahlblau des Himmels gleiten Andenkondore. Kenner rühmen den Aussichtspunkt „Kreuz des Kondors“ als einen der besten Beobachtungsspots in Südamerika – ein echtes Muss. An den Absperrungen kommt man den Greifvögeln, von denen die größten eine Flügelspannweite von über drei Metern erreichen, so nah wie sonst kaum.

Tipps für die Vogelbeobachtung: immer nur früh am Vormittag und nie von Januar bis März, dann sind die gefiederten Könige der Anden meist ausgeflogen. Wer dem Canyon so richtig auf den Grund gehen will, startet bei Cabanaconde ein dreitägiges Trekking: hinab nach San Juan de Chuccho, über Malata in die Oase Sangalle, ab dort zurück nach Cabanaconde. Bergschuhe sind unerlässlich, man muss trittfest und schwindelfrei sein.

Jurassic Park auf Peruanisch
Das Tal des Rio Majes ist ebenfalls rau, aber ganz anders. Der Talgrund ist mit sattem Grün gefüllt, darüber steigen geröll- und sandüberzogene Wüstenberge an. Über den knochentrockenen Buckeln hängt Staub in der Luft, die Farbnuancen zerfließen in Dunkel- und Hellbraun. Regenfälle gelten im Tal als Ereignis. Der Flusslauf sorgt dafür, dass reichlich Kartoffeln wachsen, Mais, Papayas und Weintrauben. Diverse Brennereien produzieren Perus bekannten Traubenschnaps, den Pisco.

Im Dorf Querullpa lohnt der Stopp in einer Art Jurassic Park mit versteinerten Dinosaurierspuren und maßstabsgetreuen Skulpturen der Riesenechsen, die vor Jahrmillionen hier lebten. Höhepunkt in der Bergwüstenwelt ist der Archäologische Park Toro Muerto: ausgestreute Felsblöcke mit eingeritzten Maskentänzern, Sonnen, Lamas, Vögeln, Pflanzen, Reptilien. Diese Rock-Art ist das größte Petroglyphenfeld Perus.


Andreas Drouve

 

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