Booking wirbt mit Reisebüro-Bashing

Auf der ITB Berlin im März lobte Norman Ladig, Regional Manager für den deutschsprachigen Markt, die „gute Zusammenarbeit“ von Booking und Reisebüros. Jetzt tritt seine Zentrale in Amsterdam dem persönlichen Reisevertrieb kräftig gegen das Schienbein: „Reisen mit Oma“ heißt ein 30-sekündiger Spot des Online-Portals, in dem Reisebüros als Reisevermittler aus einer anderen Zeit dargestellt werden.

In dem Spot, mit dem Booking auf Facebook wirbt, spricht eine Enkelin mit ihrer Großmutter darüber, wie sie früher Urlaub gebucht hat. Die Oma hat früher im Reisebüro gebucht – und vom Internet hat sie keine Ahnung. Aber dafür ist ja die Enkelin da: Sie zeigt der Oma, wie einfach das alles bei Booking ist.

Hat Oma „Pech“ gehabt?

Szene aus dem Facebook-Spot „Reisen mit Oma“. Screenshot: ta

Besonders platt kommt die Aussage der Oma daher, dass sie früher eben „Pech“ gehabt habe, wenn die Hotelempfehlung des Reisebüros nicht den Erwartungen entsprochen habe: Studien der Veranstalter stellen immer wieder fest, dass Reisebüro-Kunden wesentlich öfter genau in ihrem Wunschhotel landen als Online-Bucher.

Die Enkelin verweist in dem Spot auf die „vielen Suchparameter“, die man bei Booking auf der Suche nach dem perfekten Hotel eingeben könnte. Als ob Reisebüros diese Suchparameter nicht hätten.

Schnittstellen zu Dertour und RTK Group

Die Kommentare unter dem Spot zeigen zum Glück auch die Kehrseite der Medaille. Sowohl Counter-Profis als auch Endkunden relativieren die Botschaft von Booking. Fehlt eigentlich nur noch der Hinweis, dass auch viele Reisebüros auf die Angebote von Booking zugreifen können – ihren Kunden aber zusätzlich Beratung bieten und auch dann noch ansprechbar sind, wenn mal etwas schiefläuft mit der Buchung.

Direkte Schnittstellen von Booking zu Reisebüros gibt es unter anderem zur Dertour-Kette sowie zur RTK-Gruppe.