Cashback-Frust: Alain Freeman startet Reisebüro-Umfrage

Mit einer breit angelegten Umfrage unter Kollegen will der Reisebüro-Inhaber Alain Freeman seiner Cashback-Kritik eine fundierte Grundlage geben. Langfristiges Ziel ist es, den Reiseveranstaltern die Folgen dieses Branchenphänomens bewusst zu machen.

Eine Ansammlung von Euro-Banknoten in verschiedenen Werten, darunter 20, 50 und 100 Euro, auf einem neutralen Hintergrund.
Euro-Cashbacks speziell von Online-Portalen schaden auch den Veranstaltern, sagt der Touristikexperte Max Hübner. Foto: Amazing Nature Photography/iStock

Wie häufig werden Reisebüros mit dem Thema Cashback konfrontiert? Und aus wie vielen Beratungsgesprächen wird am Ende keine Buchung, weil der Kunde die Reise letztlich bei einem Cashback-Anbieter bucht? Und was sollten Reisebüro-Kooperationen und Veranstalter tun, um den mittelständischen hybriden Reisevertrieb stärker zu unterstützen?

Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt einer Umfrage, mit der Reisebüro-Inhaber Alain Freeman sein Engagement gegen Rückvergütungen fortsetzt. Grundlage der Aktion ist seine Online-Petition gegen Cashback-Modelle, die auf Change.org inzwischen fast 5.800 Unterzeichner hat.

Die jetzt initiierte, anonyme Umfrage besteht aus neun Fragen und richtet sich an Reiseprofis und Reisebüro-Inhaber. Ziel sei es, „ein ehrliches und aktuelles Stimmungsbild zu diesem vieldiskutierten Thema einzufangen“, so Alain Freeman gegenüber touristik aktuell.

Auslöser für die Initiative ist eine Umfrage der Reisebüro-Kooperation Best-Reisen, bei der es neben Fragen zum Handelsvertreterstatus auch um das Thema Rückvergütungen ging. Darin hieß es, dass Rabatte und Cashbacks bei den befragten Reiseprofis angeblich kein großes Thema seien.

Skepsis bezüglich Best-Umfrage

Laut der kritisierten Erhebung erlebten 85 Prozent der Befragten Rabattanfragen selten oder nie, während nur bei elf Prozent der Büros angeblich jeder zweite Kunde explizit nach Cashbacks frage.

Ein lächelnder Mann mit Bart sitzt vor einem Bildschirm mit dem Logo von Earlybird. Im Hintergrund sind Aktenordner sichtbar.
Kämpft mit viel Energie gegen Rückvergütungen in der Branche: Reisebüro-Inhaber Alain Freeman. Foto: privat

Diese Ergebnisse stoßen nicht nur bei Alain Freeman, sondern selbst innerhalb von Best-Reisen auf große Skepsis. Intern heißt es, die Auswertung der Umfrage sei nicht korrekt erfolgt.

Alain Freeman will der Sache nun auf den Grund gehen und das Thema auf eine breitere Umfragebasis stellen. Unterstützt wird er dabei von zahlreichen Akteuren aus der Branche, darunter der Marketing-Experte und Agenturinhaber Max Hübner.

„Cashback nicht nur ein Problem für Reisebüros“

Dieser äußerte sich kürzlich in einem Facebook-Kommentar unter einem Beitrag von touristik aktuell zu der Thematik und betonte, dass Cashback längst kein alleiniges Thema mehr für Reisebüros sei. Die Branche müsse sich nach seiner Auffassung vielmehr darüber bewusst werden, „dass es hier vor allem um Marktanteile der großen Reiseveranstalter“ gehe. Die Strategie der Intransparenz, „die von bestimmten Reiseportalen“ verfolgt werde, könne keine kundenorientierte Lösung sein.

Hübner findet dazu deutliche Worte: „Das Geschäftsmodell von Cashback-Portalen ist nun einmal Intransparenz, auch wenn sie in ihrer Werbung das Gegenteil verkaufen.“ Letztlich, so die Argumentation, könnten einschlägige Portale es immer so drehen, „dass jede Cashback-Aktion die Hausmarken der Portale stärkt“.

Vorschlag fürs Marketing

Dadurch würden etablierte Reiseveranstalter unweigerlich Kundendaten und Buchungen verlieren, ein Umstand, der nicht das Ziel der Veranstalter sein könne. Eine marktorientierte Lösung sieht Hübner darin, dass Reiseveranstalter und Reisebüro-Kooperationen in Kampagnen investieren, um die strategische und operative Sichtbarkeit der hybriden Reisevermittler regional zu stärken.

Hier geht’s zur Umfrage

Alain Freeman ruft die Branche derweil dazu auf, an der Erhebung mitzumachen, um herauszufinden, „wie die touristische Basis urteilt“. Unter diesem Link können Sie Ihre Einschätzungen abgeben.

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