Best-Reisen-Umfrage: Handelsvertreterstatus bleibt unverzichtbar

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Eine Frau treibt entspannt auf dem Rücken im ruhigen Wasser, während im linken Bildbereich die Logos von Le Méridien, St. Regis und The Westin zu sehen sind.

Eine Umfrage unter fast 200 Reisebüros der Kooperation Best-Reisen zeigt: Über 80 Prozent halten den Handelsvertreterstatus für unverzichtbar oder sehr wichtig. Zugleich diversifizieren viele Büros ihre Erlösquellen – ohne das Veranstaltergeschäft aufzugeben.

Ein Mann mit Brille und hellblauem Hemd steht auf einer Bühne, hält Notizen in den Händen und blickt zur Seite vor einer großen, beleuchteten Projektion.
Best-Reisen-Vorstand Frank Winkler bei der Jahrestagung auf der Vasco da Gama. Foto: Jörg Sänger

Für die große Mehrheit der Best-Reisen-Mitglieder bleibt der Handelsvertreterstatus ein zentrales Fundament des Geschäftsmodells. Das ist das Kernergebnis einer Umfrage unter fast 200 Reisebüro-Unternehmern, die die Kooperation Anfang September 2026 durchgeführt hat. Über 80 Prozent der Befragten bezeichneten den Status als unverzichtbar oder sehr wichtig.

Die Ergebnisse der sogenannten Best-Compass-Befragung wurden auf der Jahrestagung der Kooperation vorgestellt, die vom 11. bis 14. September 2026 auf dem Kreuzfahrtschiff Vasco da Gama stattfindet. „Das Ergebnis der Umfrage zeigt eine große Wertschätzung des aktuellen Systems und die Stärke der Kooperation von Reiseveranstaltern und Reisebüros“, sagte Frank Winkler, CFO und Vorstand von Best-Reisen. Gleichzeitig dokumentierten die Ergebnisse aber auch, „dass wir uns in einem Veränderungsprozess befinden“.

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Eine Übersicht verschiedener Hotelmarken-Logos auf dunkelblauem Hintergrund, angeordnet in einer Reihe unter der Überschrift ELEGANCE COLLECTION.

Diversifizierung ohne Systemwechsel

Laut der Befragung gehen die Best-Reisen-Büros mehrheitlich nicht davon aus, dass der Handelsvertreterstatus verschwindet. Das klassische Veranstaltergeschäft bleibe für die kommenden fünf Jahre die wirtschaftliche Basis. Zugleich zeige die Umfrage, dass Direktcontent bereits etabliert sei, Eigenveranstaltungen in relevanten Teilen des Marktes existierten und sich viele Büros zusätzliche Erlösquellen erschlossen hätten. „Es findet keine Verdrängung des Veranstaltergeschäfts statt, vielmehr entsteht eher ein neues Modell. Die Reisebüros diversifizieren, ohne einen Systemwechsel zu bewirken“, so Winkler.

Die Vorsitzende des VUSR, Marija Linnhoff, hatte im April auf der Tagung des Verbands der selbstständigen Reisebüros und Reiseunternehmen in Puerto de la Cruz auf Teneriffa auf die Gefahr eines Verlusts des Handelsvertreterstatus hingewiesen. „Wir haben noch zwei bis drei Jahre, dann könnte es grundlegende Änderungen geben“, sagte sie damals. Bei der Jahrestagung von Best-Reisen vertiefte sie das Thema erneut. Durch die Aufhebung der Vertriebsbindung seien Reisebüros „unechte Handelsvertreter“. Die Lösung müsse sein, einen anderen Namen dafür zu finden und die Bedingungen an die heutige Zeit anzupassen.

„Wir befinden uns in der Transformation und ich sage, wenn 50 Prozent nicht umschwenken und sich an Themen wie Community und Gemeisamkeit halten, werden 50 Prozent diese Transformation nicht überleben“, sagte Linnhoff bei der Jahrestagung von Best-Reisen.

Die Spannweite innerhalb der Kooperation ist laut Umfrage groß: Viele Büros seien noch stark vom Veranstaltergeschäft abhängig, andere experimentierten bereits intensiv, und eine wachsende Zahl lebe ein hybrides Modell.

Rabatte und Cashback „selten ein Problem“

Zusätzlich fragte Best-Reisen nach der Bedeutung von Rabatten und Cashback im Reisebüro-Alltag. Beides komme vergleichsweise selten vor: Nur bei elf Prozent der Büros frage jeder zweite Kunde explizit nach Cashback. Rabattanfragen erlebten der Best-Umfrage zufolge 85 Prozent der Befragten selten oder nie. Die Büros geben an, den Preis in der Regel verteidigen zu können, indem sie Erreichbarkeit, Sicherheit, Fachwissen und Zusatzservice herausstellten.

„In der aktuellen Situation, in der Cashback ein riesengroßes mediales Thema ist, hat mich persönlich das Ergebnis schon überrascht“, sagte Best-Reisen-Aufsichtsratsvorsitzender Holger Crone bei der Jahrestagung der Kooperation auf der Vasco da Gama. Es zeige aber auch, dass ein Großteil der Büros damit eigentlich gar nicht so viele Probleme habe.

Überrascht hat das Ergebnis auch DRV-Präsident Albin Loidl. „Darf ich fragen, ob es vielleicht auch sein kann, dass die, die Cashback nachfragen oder erhalten haben, gar nicht mehr ins Reisebüro kommen?“, fragte er in Richtung Best-Reisen-Aufsichtsratvorsitzendem. Die Gefahr sei natürlich da. Aus der Umfrage gehe aber auch hervor, dass viele Reisebüros eigene Strategien hätten, um beispielsweise mit Rabattanfragen umzugehen.

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