Safari im Land der Giganten

So wird's gemacht: Eine Elefantenmutter zeigt ihrem Kalb, wie man die Rinde des Baobab-Baums schält
So wird’s gemacht: Eine Elefantenmutter zeigt ihrem Kalb, wie man die Rinde des Baobab-Baums schält. Foto: hb
Sand River Selous, ein Camp von Nomad Safaris, bietet von acht halboffenen Zimmern den schönsten Blick auf den Rufiji-Fluss
Sand River Selous, ein Camp von Nomad Safaris, bietet von acht halboffenen Zimmern den schönsten Blick auf den Rufiji-Fluss. Foto: hb
Afrika-Feeling: Im Kigelia Camp diniert man unter freiem Himmel
Sand River Selous, ein Camp von Nomad Safaris, bietet von acht halboffenen Zimmern den schönsten Blick auf den Rufiji-Fluss. Foto: hb

Die Elefanten, die über den Sand des trockenen Flussbetts ziehen, haben es faustdick hinter den Ohren. Sie steuern jetzt auf ein Wäldchen aus Anabäumen und Schirmakazien am Ufer des Mdonya River zu. Die Herde Impalas, die hier Siesta hält, verliert schnell das Interesse. Das ist ein Fehler.

Die Dickhäuter treten an die Stämme heran und umfassen sie mit ihren Rüsseln. Dann schütteln sie die Bäume, dass deren Hülsenfrüchte herunterprasseln. Die Antilopen schrecken auf und suchen das Weite. Der Tisch ist gedeckt – nur für die Elefanten, versteht sich. Die größten Land‧lebewesen der Erde führen ständig derart tierisch gute Stücke auf. Wer im Ruaha-Nationalpark im Mdonya Old River Camp übernachtet, muss also nicht mit dem Guide auf Tour gehen. Es reicht, auf der Veranda des Safarizelts zu ‧sitzen – dann kommen die Elefanten zu einem.

Mehr Touren im Süden

Weil alle die Gnus und ihre „Great Migration“ sehen wollen, tummeln sich viele Touristen im Norden Tansanias. In der Serengeti und dem Ngorongoro-Krater rangeln bei einer Löwen- oder Leopardensichtung oft Dutzende von Fahrzeugen um die beste Foto-Position. Die Schutzgebiete im Süden sind günstiger und weniger besucht, weshalb Veranstalter sie nun ebenfalls ins Programm nehmen.

Pietro Luraschi empfängt seine Gäste am Airstrip des Ruaha-Nationalparks. Er arbeitet für das Kwihala Camp von Asilia Africa. „Ruaha ist Tansanias größter Nationalpark mit einer Fläche wie Slowenien“, erzählt er. Hier geht der Miombo-Waldgürtel des südlichen Afrikas in die Akaziensavanne von Ostafrika über, was für eine große Artenvielfalt sorgt. Die Ebene ist mit Baobabs gesprenkelt: Die Affenbrotbäume speichern in ihren meterdicken Stämmen Wasser und werden deshalb von Elefanten geschält.

Wer mit Guide Luraschi unterwegs sein will, muss früh aufstehen. Die Gäste der anderen Camps sitzen vermutlich noch am Frühstückstisch, als er bereits ein Löwenmännchen mit mächtiger Mähne entdeckt. Das Tier schleicht sich geduckt an einen großen Kudu an, eine Antilope mit geschraubtem Gehörn. Der Versuch schlägt fehl. Dafür führt uns der Löwe zu seinem Rudel. Für sie ist der Ruaha-Nationalpark eine Arche Noah: Hier soll ein Zehntel aller Löwen Afrikas leben.

Die Dimensionen des Ruaha-Nationalparks werden nur vom Selous-Wildreservat über‧troffen. Mit 50.000 Quadratkilometern hat es die Fläche von Niedersachsen. Zwar ist der größte Teil für die Großwildjagd reserviert, doch im Norden klicken keine Knarren, sondern nur Kameras. Bei einer Walking Safari kann man den Busch zu Fuß erkunden.

Flycamping unter Sternen

Los geht es im Camp Sand Rivers Selous: Hier logiert man in halboffenen Chalets mit Blick über den Rufiji-Fluss, in dem die Flusspferde grunzen. Im Gänsemarsch geht es dann in den Busch, vorne ein Guide, hinten ein Ranger – bewaffnet, damit nichts schief geht. Man findet bunte Käfer, lernt neue Pflanzen kennen und trifft dann unvermittelt auf ein Löwenrudel. Statt nur herumzudösen, turnen die Tiere auf umgestürzten Baumstämmen herum und ver‧suchen sich sogar als Kletterer.

Dann steht man plötzlich vor einem Zeltcamp. Flycamping, das bedeutet, die Nacht unter den Sternen zu verbringen, bekocht und bewacht. Mitten in der Natur: Die Nacht unterm Moskitonetz ist die schönste der ganzen Reise.

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