Ein Tag in Seoul

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Buntes Seoul: Fensterputzer am N-Tower
Andacht im Jogyesa-Tempel vor über fünf Meter hohen Buddhas. Fotos: cb

N-Seoul-Tower Die Aussicht vom 237 Meter hohen Fernsehturm auf die Hauptstadt bei Dunkelheit ist spektakulär. Doch der Weg in den Namsan-Park, rund um den 265 Meter hohen Südberg, lohnt sich bereits am Morgen. Dann ist in dem Naherholungsgebiet noch nicht so viel los. Besonders hübsch ist die Laubfärbung im Herbst. Oben lädt die wieder aufgebaute Rauchsignal-Station Mongmyeoksan zu einem Besuch. Beeindruckend sind auch die vielen Liebesschwüre auf Vorhängeschlössern rund um den N-Seoul-Tower. Dessen „N“ steht sowohl für „Namsan“ als auch für „neu“, weil er 2005 umgebaut worden ist. Auf der Aussichtsterrasse, den beiden Aussichtsplattformen und im Drehrestaurant erhalten Besucher den besten Überblick über die Zehn-Millionen-Metropole Seoul, in deren Umland die Hälfte aller Südkoreaner wohnt.

Jogyesa-Tempel Wem jetzt ganz schwindelig ist, der sollte zum Jogyesa-Tempel in die Innenstadt aufbrechen, um im Zentrum des Zen-Buddhismus innere Ruhe zu finden. Der Weg hinein führt durch ein riesiges, buntes Holztor. Zwar wurde die große Gebetshalle Daewungjeon erst 1938 eröffnet, dennoch sind Bilder, Schnitzereien und Or?namente sehenswert. In der 775 Quadratmeter großen Andachtshalle glänzen drei große goldene Buddha-Figuren: in der Mitte Religionsgründer Shakyamuni, links der Medizin-Buddha Bhaisaiya und rechts der Amitabha-Buddha, der Gründer des Westlichen Paradieses, wo Wiedergeborene Erleuchtung finden. Vorbei am Informationsbüro gelangt der Besucher zum Brahma-Glocken-Pavillon mit Dharma-Trommel, Hölzernem Fisch, Wolken-Gong und der namensgebenden Brahma-Glocke.

Insadong Der Weg aus dem Tempeltor führt direkt in Seouls Insadong-Viertel. Wer Souvenirs, Kunst und Antiquitäten sucht, ist dort goldrichtig. Über 40 Prozent der südkoreanischen Antiquitätenläden haben – ebenso wie 70 Galerien – ihren Sitz in Insadong. Restaurants und Teehäuser locken in den verwinkelten Gassen neben der Insadong-Straße Touristen wie Einheimische. An Straßenständen kann man die Honigsüßigkeit Kkultarae oder Hotteok – gebratene Kuchen mit Rohrzuckerfüllung – probieren.

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Changdeok-Palast Pflichtprogramm für Seoul-Besucher ist der eindrucksvolle Changdeok-Palast, der zum Unesco-Welterbe zählt. Hier sollte man sich einer englischsprachigen Gruppenführung anschließen, um auch den „Geheimen Garten“ zu sehen. An einem Teich in dessen Zentrum befinden sich mit dem Lotos-Pavillon Buyongjeong und der zweistöckigen Juhamnu-Bibliothek die beliebtesten Fotomotive Koreas. Das weitläufige Areal wurde 1405 als zweiter Palast von König Taejong angelegt und hat über Jahrhunderte die Architektur der Joseon-Dynastie bewahrt. Drei Stunden dauert das volle Programm mit dem Haus der Konkubine Kim, das König Heonjong 1847 ohne den Schmuck der königlichen Farben errichten ließ, sowie der imposanten Thron- und Audienzhalle Injeongjeon. Steinstelen markieren auf dem Antreteplatz davor die Ränge der verschiedenen Dienstgrade. Wer eine Schwäche für Kampfsport und Akrobatik hat und asiatischen Humor kennen lernen möchte, kann am Abend noch die Jump-Show im Cinecore-Theater besuchen. Diese ist bei Chinesen und Japanern höchst populär, trifft – trotz spektakulärer Einlagen – den Geschmack europäischer Touristen aber nicht durchweg.

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