Römö: Für Segler und Mittelständler

Auf dem riesigen Sönderstrand von Römö kommen Strandsegler genauso auf ihre Kosten wie Radfahrer
Kapitäne von Walfangschiffen, so genannte Kommandeure, hinterließen wunderschöne Landhäuser. Fotos: mg

Dieser Strand ist der Hammer. Baff vor Staunen stehen wir auf der Düne, vor uns auf knapp zwei mal zwei Kilometern nichts als Sand. In der Ferne ist der berühmte „Ellenbogen“ von Sylt zu sehen.

Der Sönderstrand auf der dänischen Insel Römö ist einer der größten an der Nordsee und ein Eldorado ganz besonderer Art. Denn neben den klassischen Strandaktivitäten eignet er sich perfekt für Strandsegler aller Art. Aufgereiht stehen die Autos und Wohnmobile – und machen den Strand tagsüber zu einem riesigen Campingplatz. Direkt davor fegen Kitebuggys und vom Wind getriebene Blokarts über den Strand. In der Ferne sind Reiter und Radfahrer zu sehen, an anderer Stelle sind Wanderer unterwegs.

Während Letztere jede Freiheit genießen, dürfen Autos und Wohnmobile nur an wenigen Stellen direkt bis zum Meer fahren. Gewöhnlich parkt man hinter seichten Dünen und sucht sich als Badegast irgendwo ein gemütliches Plätzchen. Wirklich voll ist es auf Römö auch am schönsten Sommertag lediglich am Strand von Lakolk, zu dem ein Campingplatz und ein großes Ferienhausgebiet gehören.

Den Ton geben hier Familien an: Vor allem Eltern von Kleinkindern schätzen die flachen Strände. Hoch im Kurs stehen bei ihnen zudem Wattwanderungen, Pony-Ausflüge und Kurse im Schleifen von Bernstein.

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Ältere Semester greifen eher zu Broschüren wie der von 20 besonders schön gelegenen Bänken. Für Kulturinteressierte gibt es im Museum Kommandeurgarden gut aufbereitete Infos zur Geschichte der Walfang-Kapitäne der Insel. Spaziergänger finden in den Kiefernwäldern und Dünenlandschaften Auslauf.

Vieles davon bietet Sylt auch – hinzu kommt der dortige 38 Kilometer lange Weststrand. Den Kult um die deutsche Nordsee-Insel sieht man beim Nachbarn jedoch gelassen. „Römö ist eher ein Ziel für den Mittelstand. Wir ergänzen uns sehr gut“, sagt Tourismuschefin Bodil Glistrup.

Dem kann sich die Bedienung im Holms Fischrestaurant nur anschließen: „Auf Sylt gilt eher, gesehen zu werden, statt selbst zu sehen. Das ist hier anders.“ Vom Fenster des Restaurants ist die Fähre zu sehen, die mehrmals täglich in 40 Minuten List auf Sylt ansteuert. Sie ist für Autofahrer die preiswerte Alternative zur Zugverladung nach Westerland, denn der Römö-Damm ist für Autos befahrbar und obendrein kostenlos.

Die Fähre sorgt für Durchgangsverkehr auf einem Teil von Römö, Tourismuschefin Glistrup will sie dennoch nicht missen. Denn sie biete eine tolle Ausflugsmöglichkeit. „Und zwar für Gäste beider Seiten“, betont sie.

So kommen viele Sylt-Urlauber mit einem ehemaligen Fährkapitän für Tagesausflüge auf die dänische Nachbarinsel, Römö-Urlauber besuchen im Gegenzug List und das dortige Erlebniszentrum Naturgewalten, radeln zum Weststrand oder in Richtung Westerland. Dabei genießen sie einen Radweg, der feinstens asphaltiert durch wunderbare Dünenlandschaft führt.

Die gibt es auf Römö auch, die Radwege sind oft jedoch ohne Asphalt. „Naturschützer haben da eine andere Meinung als wir Touristiker. Aber es sieht gut aus, dass es künftig auch auf Römö noch mehr asphaltierte Radwege gibt“, kündigt Glistrup Thomsen an.

Golfern kann dies ziemlich egal sein. Sie pitchen und putten in Havneby auf einem wunderbaren 27-Loch-Links-Platz. Er wurde naturnah gestaltet und bietet direkten Blick auf das Wattenmeer und die Nordspitze von Sylt.

Matthias Gürtler

Römö-Infos
Römö verfügt über drei Campingplätze und 2.200 Ferienhäuser mit rund 20.000 Betten. Zum Vergleich: Auf Sylt gibt es ebenfalls drei Campgrounds, die Zahl der Gästebetten ist dagegen dreimal so hoch.
Rund 79 Prozent der Urlauber auf Römö kommen aus Deutschland.
Eine Bunkertour führt zu den Resten des einstigen deutschen „Atlantikwalls“.
Lohnenswerte Ausflugsziele sind die älteste Stadt Dänemarks, Ribe, sowie Tönder und der Nachbarort Mögeltönder mit der „schönsten Dorfstraße Dänemarks“.

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