Rock-Lärm in der Oper

Umea ist bei Studenten beliebt, auf der touristischen Landkarte aber bisher nur eine Randnotiz. Foto: Per Lundberg
Umea ist bei Studenten beliebt, auf der touristischen Landkarte aber bisher nur eine Randnotiz. Foto: Per Lundberg

Umea in Nordschweden ist Europäische Kulturhauptstadt 2014

Das nordschwedische Umea ist im nächsten Jahr Europäische Kulturhauptstadt. Ende Januar 2014 beginnen die Feierlichkeiten. Die Schweden sind stolz auf diese Ehre. Deshalb steht das Groß-Event unter der Schirmherrschaft von Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel.

Auf der touristischen Landkarte ist die Stadt am Bottnischen Meerbusen bisher nur eine Randnotiz. Dabei ist das Großstädtchen besonders bei Studenten beliebt. Knapp 116.000 Einwohner zählt Umea – ein Drittel davon Studenten. Und so ist die größte Stadt Nordschwedens in den Semestermonaten ein wuseliges Studentenmekka.

In den Ferien, wenn die Studenten zurück nach Stockholm und die vielen Auslandsstudenten in ihre Heimatländer fliegen, wird es ruhig. In den Wintermonaten ist es zudem dank der geografischen Lage über Monate hinweg weitgehend düster. Auf den Straßen und Gehwegen liegt der Schnee meterhoch, darunter versteckt sich eine zentimeterdicke Eisschicht.

Wo man in der weitläufigen Stadt, die auch als Tor zu Lappland gilt, auch hinwandert, überall trifft man auf Birken. Deshalb trägt Umea den Beinamen „Stadt der Birken“. Der Spitzname geht auf die schlimme Feuersbrunst von 1888 zurück. Damals zerstörte die Feuerwalze fast die ganze Stadt. Beim Wiederaufbau beschlossen die Stadtoberen, weitläufige Alleen anzulegen. 3.000 Birken wurden gepflanzt, sie dienen bis heute als Feuerschneisen. Umea liegt inmitten einer weitgehend unberührten Natur. Außerhalb der Stadt befindet sich nur der kleine Flughafen, der täglich Verbindungen in die schwedische Hauptstadt anbietet. Ansonsten ist die Gegend ein Paradies für Naturfreunde.

Neben den Studenten und der Natur ist die beschauliche Großstadt besonders durch seine Rockmusik-Szene bekannt. Der berühmteste Sohn der Stadt ist der Musiker Dennis Lyxzen. Mit seinen Bands „Refused“ und „The (International) Noise Conspiracy“ feierte der heute noch in Umea lebende Lyxzen internationale Erfolge. Und so wundert es nicht, dass die Organisatoren der Europäischen Kulturhauptstadt Lyxzen für ihre Festivitäten eingeplant haben. Gemeinsam mit dem Symphonieorchester der Norrlandsoper wird Lyxzens Band „Refused“, Wegbereiter der schwedischen Hardcore-Szene, auf der Opernbühne auftreten.

Kultur wird 2014 im jungen Umea groß geschrieben. Über 100 Veranstaltungen, Konzerte und Sonderausstellungen sind in der Stadt an der schwedischen Nordküste zu sehen. So kommen nächstes Jahr zahlreiche weltberühmte Musiker in die Norrlandsoper. Auch eine Weltpremiere wird gefeiert: „Blanche und Marie“ nach dem schwedischen Autoren Per Olov Enquist.

Voll wird es auf der Opernbühne im Sommer: Mit der katalonischen Bühnenkunstgruppe „La Fura dels Baus“ entsteht eine Open-Air-Oper mit mehr als 250 Akteuren. Die Produktion basiert auf einer Interpretation von Richard Strauss‘ „Elektra“. Umea arbeitet derzeit fleißig am Programm für das Kulturjahr-Event. Mehr Infos gibt es unter www.visitsweden.com und unter http://umea2014.se/en.

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