Rendezvous mit Delfinen

Malediven: Im Atmosphere Kanifushi die Wasserwelt entdecken

Kaum merklich wiegen die Wellen den kleinen Flieger auf dem Weg zur Wasserstartpiste hin und her. Mit ihrem bloßen Fuß tritt Pilotin Jackie beherzt den Gashebel runter, Gischt spritzt auf. Sekunden später schweben wir vom Hafen von Male aus gen Atmosphere Kanifushi Resort. Auf dem rund 30-minütigen Flug entdecke ich aus der Luft unzählige Inseln – wenige bewohnt, meist winzig, selten meterbreit. Beim Landeanflug auf die Insel im Lhaviyani Atoll verstecken sich die etwa 160 Villen des Fünf-Sterne-Resorts zwischen tropischen Büschen. Pools und Meer leuchten um die Wette türkisblau. Also nichts wie raus über die große Open-Air-Veranda meiner Villa nach draußen. Unglaublich: ein zwei Kilometer langer Strand und viele Abschnitte fast leer. Entschlossen, bald das Meer näher zu erkunden, melde ich mich für die Schiffstour bei Sonnenuntergang an. Diese Sunset-Cruise, sämtliche Schnorcheltouren und ein weiterer Ausflug pro Woche – etwa zu einer Insel mit Meeresforschungsstation oder auf die Hauptinsel Naifaru – sind im Platinum-Plus-Konzept des 2013 eröffneten Resorts neben etlichen Wassersportarten enthalten. Bei der Sunset-Kreuzfahrt drosselt Kapitän Cristo plötzlich die Fahrt, da schnellen bereits Delfine vor dem Boot aus dem Wasser. Erst drei, dann fünf, dann eine ganze Gruppe. Sie springen hoch und tauchen ab, flitzen neben dem Boot her, um dann wieder ihre Springkünste zu zeigen. Fast eine Stunde dauert das spektakuläre Schauspiel. Der Sonnenuntergang bleibt da Nebendarsteller. Dass das Eiland kein eigenes Hausriff hat, muss kein Nachteil sein. Zweimal täglich fährt die Tauchschule zum Schnorcheln zu unterschiedlichen Riffs in der Umgebung. Ob an Riffs wie Sulas Garden, Bodu Giri oder Babis Corner, fast jedes Mal haben wir das Meer für uns. Als Schnorchelanfängerin halte ich mich nahe bei Guide Henry. Immer wieder deutet er auf Schwärme von blaugelben Kaiser- und Anemonenfische, verzweigte Korallenformationen. Abends radele ich durch eine Palmenallee und über eine schmale Landzunge fast bis zum Ende von Kanifushi. Mehrere Flughunde, die träge in den Bäumen vor meiner Villa baumeln, beobachten meinen Start. Auf Stelzen ragt das vegetarische Restaurant Just Veg ins Meer hinein. Zum Curry auf der Terrasse gibt es Wellenrauschen als Tafelmusik. Beim Nachtisch winkt mich Aslam, der Kellner, zum nahen Rand der Plattform. Im Schein des Mondlichts zeigt er mir große Mulden, die die Flut mit Wasser gefüllt hat. Wie in einem Kinder-Pool tummeln sich dort jetzt zahlreiche Babyhaie und Stachelrochen – ein Meeresaquarium direkt neben meinem Tisch.

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