Kurs Süd

Monika Hamberger

Hurtigruten: Über Kap Hoorn in die Antarktis

Das Wasser ist erstaunlich ruhig, wo Atlantik und Pazifik zusammentreffen. Tenderboote der Midnatsol werden am Ufer von Kap Hoorn vertäut. Über eine Treppe geht es hinauf zum Felsplateau. Ganz oben, beim sturmumtosten „wandernden Albatros“ aus Eisen, machen die Passagiere Erinnerungsfotos. Das Denkmal erinnert an die Seeleute, die bei der gefährlichen Umrundung des Kaps ihr Leben ließen.

Das Hurtigruten-Schiff verlässt die chilenische Küste zur Überfahrt in die Antarktis. Bei sommerlichen Temperaturen beginnt die Reise ins Ewige Eis. „Wo bekomme ich denn meine Expeditionsjacke und die Gummistiefel“, fragt ein Mitreisender. Geduldig hilft das Expeditionsteam weiter, das an Bord wie an Land für die Passagiere ansprechbar ist. Es folgen Sicherheitshinweise und das Reinigen der mitgebrachten Rucksäcke, samt Mützen, Schals und Handschuhen. Kein fremdes Saatgut soll in das empfindliche Ökosystem eingeschleppt werden.

Die berüchtigte Drake-Passage ist überwunden und erste Vorboten der Antarktis erheben sich aus dem Wasser: die Süd-Shetland-Inseln. Das Oberdeck füllt sich mit Gästen. „Um neun Uhr die Raubmöwen zu den Tenderbooten!“ Der Aufruf wird in drei Sprachen durchgegeben. Eingeteilt in Kleingruppen, die nach der einheimischen Tierwelt benannt sind, geht es auf Entdeckungsreise.

Auf der Anlandungsliste steht unter anderem die polnische Arctowski-Station. Am Ufer werden die Besucher von neugierigen Pinguinen begrüßt. Weiß gebleichte Walknochen geben Zeugnis von den Folgen des einst exzessiven Walfangs.

Schwarz erhebt sich backbords der Aschekegel von Deception-Island. Die Durchfahrt in den Krater ist eine Herausforderung für den Kapitän, der sein 136 Meter langes und 22 Meter breites Schiff sorgfältig durch „Neptuns Blasebalg“ manövriert. Besonders gut beobachten lassen sich Pinguine und Seevögel auf dem antarktischen Festland. Chilenische Soldaten wohnen hier temporär und heißen Besucher herzlich willkommen. Spielt das Wetter mit, gehört der Aufenthalt in der Paradies-Bucht zu den eindrücklichsten Momenten dieser Reise. Umgeben von im fahlen Abendlicht glänzenden vergletscherten Bergen genießen nicht nur Fotografen das wechselnde Schauspiel von Licht und Schatten. Buckelwale beäugen neugierig das Schiff.

Damit diese Ursprünglichkeit hoffentlich lange erhalten bleibt, gelten strenge Regeln zum Schutz der Umwelt. Es dürfen nicht mehr als 500 Gäste an Bord und maximal 100 Passagiere gleichzeitig an Land sein. Zu den Tieren heißt es Abstand halten.

Expeditionsseereisen ans südliche Ende der Welt erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, denn ‧Reisende sind sich bewusst, hier am weitesten von jeglicher Zivilisation entfernt zu sein. Sie sind Gast in der Heimat unzähliger Pinguine.

Reisezeit und Preise

Reisezeitraum für die Antarktis ist von Ende Oktober bis Ende Februar. Hurtigruten setzt dort 2018 die Fram und die Midnatsol ein, 2019 kommen die Neubauten Roald Amundsen und Fridtjof Nansen hinzu. Eine Antarktis-Reise ab/bis Buenos Aires inklusive Inlandsflügen nach und von Ushuaia sind für kommenden Winter ab etwa 5.000 Euro buchbar. Eingeschlossen sind alle Transfers, eine Übernachtung in Buenos Aires und eine Tour durch Ushuaia. Flüge ab Deutschland sind zubuchbar.

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