My Travel Company: Durchwachsenes Last-Minute-Fazit

Blick durch eine Glastür in ein helles Reisebüro mit grünen Stühlen, Schreibtischen, einem Mitarbeiter und beleuchteten Angebotstafeln mit Preisangaben.
Filiale der My Travel Company im Shoppingcenter „Skyline Plaza“ in Frankfurt am Main. Foto: mg

Last Minute lief in diesem Sommer nicht gut – und wenn, dann vor allem über Online-Portale. Das spürt auch ein Kurzfrist-Spezialist wie die My Travel Company.

Das Geschäft mit Last-Minute-Reisen hat dem stationären Vertrieb nicht den erhofften Buchungs-Boom verschafft. Das geht nicht nur aus den Zahlen der Backoffice-Anbieter hervor, sondern wird auch von inhabergeführten Ketten wie etwas der My Travel Company bestätigt.

Diese ist deutschlandweit mit acht Reisebüros an sieben Standorten vertreten und traditionell sehr stark im Kurzreisegeschäft. Für diesen Sommer heißt jedoch das Fazit: „Wir merken bei uns kein wirklich starkes Last-Minute-Geschäft“, so Prokuristin Sarina Färber.

Zwar habe die Nachfrage zu den Ferienzeiten angezogen, aber vom „klassischen Last-Minute-Geschäft, wie wir es aus früheren Jahren kennen, sind wir noch weit entfernt“, so Färber. Dabei gebe es allerdings auch regionale Unterschiede: In manchen Büros sei die Last-Minute-Nachfrage etwas stärker spürbar, in anderen „praktisch gar nicht“.

Hohe Preise als Problem  

Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist aus Sicht von Sarina Färber die aktuelle Preisstruktur der Veranstalter sein, die „häufig nicht mit den Erwartungen der Kunden übereinstimmt“. Hinzu komme, „dass sich viele Kunden nach einer ausführlichen Beratung bei uns letztlich doch für eine Buchung über Online-Portale entscheiden – vor allem wegen der hohen Cashback-Angebote“. Das stelle den gesamten stationären Vertrieb „vor große Herausforderungen“.

„Frühbucherpreis schlägt Last Minute“

Gute Last-Minute-Angebote gab es nach Einschätzung von Sarina Färber „vereinzelt ab Flughäfen in Bundesländern, in denen die Ferien noch nicht begonnen hatten“. Kunden, die bereit gewesen seien, für den Abflug etwas weitere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen, „konnten hier durchaus sparen“.

Preislich attraktiver waren ihr zufolge kurzfristig außerdem vereinzelt Hotels in der Türkei oder Griechenland, „die insgesamt etwas weniger stark nachgefragt waren“. Generell beobachte sie jedoch, „dass Last Minute die Frühbucherpreise in den meisten Fällen nicht mehr unterbieten kann“. Viele Kunden würden deshalb auf Schnäppchen warten, „die es so heute kaum noch gibt“.

Allgemeine Geschäftslage: Bericht in Print-Ausgabe von ta

Mit Blick auf das Gesamtjahr zeigt sich Sarina Färber äußerst ehrlich: Das Geschäft verlaufe „eher schleppend“ und liege „klar unter dem Niveau des Vorjahres“. Zur Zeit gehe sie davon aus, das laufende Geschäftsjahr mit einem Minus gegenüber dem Vorjahr abzuschließen.

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