Massive Kosten für Investitionen in die Flotte und das Netz sowie hohe Kerosinpreise setzen Condor unter Druck. Die Airline muss nun mit einem Sparprogramm in dreistelliger Millionenhöhe gegensteuern.

Massive Investitionen in die Flotte, der Ausbau eines europäischen City-Netzes und zuletzt die stark gestiegenen Kerosinkosten infolge des Iran-Kriegs belasten Condor erheblich. Nun hat die Fluggesellschaft ein Sparprogramm in dreistelliger Millionenhöhe beschlossen – kurz vor der wahrscheinlichen Komplettübernahme durch den Mehrheitseigner Attestor.
Wie die die Kabinengewerkschaft Ufo berichtet, hat das Condor-Management am gestrigen Donnerstag mitgeteilt, dass in den kommenden zwei Geschäftsjahren Kosten von je 100 Millionen Euro gesenkt werden müssen. Im Rahmen des Programms namens „Zukunftspakt“ sollen 65 Millionen durch eine Neuverhandlung von Lizenzen und Verträgen mit Partnern gespart werden. Die restlichen 35 Millionen sollen vom Personal kommen, davon zehn Millionen von den Beschäftigten in der Kabine.
Wird Attestor ungeduldig?
Ohne diese Einsparungen könne sich Attestor nicht vorstellen, „das Wachstum der Condor weiterhin so zu begleiten, wie es eigentlich geplant ist“, heißt es von Ufo. Das Unternehmen bestätigt die Sparpläne, gleichwohl betont eine Sprecherin gegenüber dem Fachportal Aerotelegraph: „Die Zusammenarbeit mit unserem Gesellschafter Attestor bleibt dabei unverändert vertrauensvoll und ist auf die erfolgreiche Weiterentwicklung von Condor ausgerichtet.“
Seit dem Einstieg im Sommer 2021, der damals die schwer angeschlagene Airline rettete, hat der britische Finanzinvestor mindestens 450 Millionen Euro investiert, unter anderem in den groß angelegten Um- und Ausbau der Flotte. Da Attestor bislang keinen weiteren strategischen Investor gewinnen konnte, wird Condor wahrscheinlich bis spätestens Ende September vollständig übernommen. Dann nämlich endet eine entsprechende Option für die Investmentgesellschaft mit dem Auslaufen des staatlichen Hilfsprogramms, mit dem die Airline nach der Thomas-Cook-Pleite und der Corona-Krise am Leben erhalten wurde.
Condor kämpft weiterhin mit Verlusten
Das nun aufgelegte Sparprogramm, an welchem dem Vernehmen nach seit Monaten gearbeitet wurde, ist auch eine Folge der Tatsache, dass Condor nach wie vor nicht profitabel fliegt. Zwar ist die Fluglinie im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus von rund elf Prozent auf 2,35 Milliarden Euro kräftig gewachsen, unterm Strich schlug jedoch ein Verlust von 110 Millionen Euro zu Buche – die Gründe waren Zinszahlungen für Darlehen von Attestor für die Flottenerneuerung sowie neue Rechnungslegungsvorschriften.


